Die Zusatzfahrergebühr gehört zu den Kosten, die bei einer USA-Rundreise häufig erst beim genauen Blick in die Mietbedingungen auffallen.
Zusatzfahrer beim USA-Mietwagen
Gleicher Wagen. Gleiche Strecke. Bis zu 315 USD Unterschied – abhängig von Anbieter, Tarif und Buchungskanal.
Was die Gebühr kostet – Anbieter im Vergleich
Die Zusatzfahrergebühr ist nicht bei jedem Vermieter und Tarif gleich. Sie kann täglich berechnet, durch einen Höchstbetrag begrenzt oder aufgrund einer Partnerregel beziehungsweise Mitgliedschaft erlassen werden.
Die folgenden Werte zeigen typische Größenordnungen. Maßgeblich bleiben immer das konkrete Angebot, der Voucher und der lokale Mietvertrag.
Bei einer Gebühr von 15 USD täglich entstehen über 21 Miettage 315 USD zusätzliche Kosten für einen einzigen weiteren Fahrer.
Bei zwei kostenpflichtigen Zusatzfahrern wären es unter denselben Annahmen 630 USD. Deshalb ist der reine Fahrzeugpreis kein vollständiger Tarifvergleich.
Wann Ehepartner grundsätzlich kostenlos fahren können
Mehrere große Anbieter stellen Ehepartner oder eingetragene Partner unter bestimmten Voraussetzungen von der regulären Zusatzfahrergebühr frei.
Alamo und Enterprise: Ehepartner oder eingetragene Partner können je nach Mietvertrag ohne zusätzliche Fahrergebühr zugelassen sein. Sie müssen trotzdem alle Alters-, Führerschein- und Stationsanforderungen erfüllen.
Das bedeutet: Die Partnerschaft ersetzt keine Fahrerlaubnis. Der Partner muss alt genug sein, einen gültigen Führerschein besitzen und die Bedingungen der gebuchten Fahrzeugklasse erfüllen.
Ist der Partner jünger als 25 Jahre, kann trotz kostenloser Zusatzfahrerregel eine Young Driver Fee anfallen.
Avis und Budget: Auch hier können Ehepartner oder Lebenspartner nach den jeweiligen Vertragsbedingungen als autorisierte Fahrer ohne reguläre Zusatzfahrergebühr behandelt werden.
National und Hertz: Bei diesen Anbietern können Mitgliedschaft, Kundenstatus und konkreter Tarif entscheidend sein. Eine automatische Kostenfreiheit sollte nicht ohne Prüfung vorausgesetzt werden.
Staatliche Sonderregeln für Ehepartner
Neben den freiwilligen Anbieterregeln können einzelne US-Bundesstaaten Vorgaben zur Behandlung von Ehepartnern, Lebenspartnern oder weiteren autorisierten Fahrern besitzen.
Häufig werden in diesem Zusammenhang Kalifornien, Illinois, Indiana, Iowa, Missouri, New York, Oregon, Texas, Utah und Wisconsin genannt.
Die konkrete Rechtswirkung ist jedoch nicht in jedem Staat identisch. Je nach Bundesstaat kann es um die automatische Autorisierung, die Zulässigkeit einer Gebühr oder die vertragliche Einordnung bestimmter Partner gehen.
Entscheidend ist grundsätzlich der Staat, in dem der Mietvertrag beginnt und das Fahrzeug übernommen wird. Die spätere Fahrt durch einen anderen Staat überträgt dessen Zusatzfahrerregeln nicht rückwirkend auf den Mietvertrag.
Nevada: Sonderfall mit Tücke
Nevada wird regelmäßig in Übersichten zu automatisch autorisierten Ehepartnern genannt. Daraus folgt jedoch nicht zwingend, dass die Nutzung immer gebührenfrei ist.
Eine Person kann als zulässiger beziehungsweise autorisierter Fahrer behandelt werden, während der Vermieter weiterhin eine Zusatzfahrergebühr erheben darf.
Genau dieser Unterschied ist für Las-Vegas-Abholungen wichtig. Automatisch autorisiert und kostenlos sind zwei verschiedene Aussagen.
Wer in Las Vegas startet und mit dem Ehepartner fahren möchte, sollte deshalb nicht allein auf eine allgemeine Nevada-Regel vertrauen. Entscheidend ist, ob Anbieter oder Tarif den Partner ausdrücklich kostenfrei einschließen.
Was am Mietwagenschalter passiert – und was nicht
Zusatzfahrer müssen üblicherweise dieselben grundlegenden Fahreranforderungen wie der Hauptfahrer erfüllen.
Dazu gehören ein gültiger Führerschein, das vorgeschriebene Mindestalter und die Einhaltung möglicher Fahrzeugklassenbeschränkungen.
Bei vielen Vermietern soll der Zusatzfahrer bei der Übernahme persönlich erscheinen und seinen Führerschein vorlegen. Einzelne Partner- oder Statusregeln können davon abweichen.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen einem vertraglich automatisch autorisierten Ehepartner und einem gewöhnlichen weiteren Fahrer. Nicht jede Person muss in jeder Konstellation auf dieselbe Weise eingetragen werden.
Deshalb ist die pauschale Aussage „Jeder Fahrer muss immer namentlich auf dem Vertrag stehen“ zu grob. Maßgeblich ist, ob die Person nach Mietvertrag, Tarif und gegebenenfalls staatlicher Regel als autorisierter Fahrer gilt.
Wann Loyalitätsprogramme die Gebühr aufheben können
Bei einzelnen Vermietern kann die Mitgliedschaft in einem Kundenprogramm Einfluss auf Zusatzfahrergebühren und Partnerregeln haben.
Hertz Gold Plus Rewards: Je nach Land, Tarif, Station und Mitgliedsbedingungen kann ein Ehepartner beziehungsweise eingetragener Partner als kostenloser autorisierter Fahrer zugelassen sein.
National Emerald Club: Mitgliedsvorteile können Ehepartner, Partner oder bestimmte Haushaltsangehörige einbeziehen. Die genaue Regel hängt von Mitgliedsstufe und Mietbedingungen ab.
Ein kostenloses Kundenkonto allein garantiert jedoch nicht, dass jede Zusatzfahrergebühr an jeder Station entfällt. Die Mitgliedsnummer muss häufig bereits bei der Buchung hinterlegt sein und der Tarif muss für den Vorteil qualifizieren.
- Kundenkonto vor der Buchung anlegen.
- Mitgliedsnummer im Angebot und Voucher kontrollieren.
- Partner- und Zusatzfahrerregel des konkreten Programms lesen.
- Prüfen, ob der Tarif über einen Drittanbieter den Mitgliedsvorteil übernimmt.
- Alterszuschläge getrennt von der Zusatzfahrergebühr betrachten.
Was bei einer Debitkarte gilt
Die Nutzung einer Debitkarte kann neben der Kautionsfrage auch die Zahl der zulässigen Zusatzfahrer beeinflussen.
Bei einzelnen Vermietern und Stationen werden bei Debitkarten nur bestimmte Partner als zusätzliche Fahrer akzeptiert. Weitere Freunde oder Familienmitglieder können ausgeschlossen sein.
Bei Alamo kann die Debitkartenregel je nach Standort beispielsweise vorsehen, dass nur der Ehepartner oder eingetragene Partner als zusätzlicher Fahrer zugelassen wird.
Wer zu dritt oder viert reist und mehrere Fahrer benötigt, sollte deshalb nicht erst bei der Abholung klären, ob die Debitkarte mit der geplanten Fahrerkonstellation vereinbar ist.
Buchung über KEROLINA: Zusatzfahrer können bereits enthalten sein
Bei bestimmten über KEROLINA angebotenen Sunny-Cars-Tarifen können bis zu drei Zusatzfahrer ohne separate tägliche Zusatzfahrergebühr eingeschlossen sein.
Das ist ein konkreter Unterschied zu einer Direktbuchung, bei der ein weiterer Fahrer beispielsweise mit 15 USD pro Miettag berechnet werden kann.
Bei 21 Tagen entstehen für einen Zusatzfahrer unter dieser Annahme 315 USD. Für zwei kostenpflichtige Zusatzfahrer wären es 630 USD.
Welche Zahl von Zusatzfahrern tatsächlich enthalten ist, muss im konkreten Angebot und später im Voucher stehen. Nicht jeder Tarif besitzt automatisch dieselben Inklusivleistungen.
Passende Angebote lassen sich in der USA-Mietwagensuche prüfen.
Die eine Regel, die immer gilt
Das Fahrzeug darf ausschließlich von Personen gefahren werden, die nach dem lokalen Mietvertrag, dem gebuchten Tarif oder einer anwendbaren Partnerregel als autorisierte Fahrer gelten.
Bei normalen Zusatzfahrern bedeutet das üblicherweise: an der Station melden, Führerschein vorlegen und in den Mietvertrag aufnehmen lassen.
Bei einem automatisch autorisierten Ehepartner oder Partner kann die konkrete Vertragsregel davon abweichen. Auch dann müssen Alter, gültiger Führerschein und alle weiteren Fahreranforderungen erfüllt sein.
Eine kostenlose Fahrerregel und eine nicht autorisierte Fahrt sind zwei völlig unterschiedliche Dinge. Kostenlos kann vertraglich korrekt sein. Ohne jede Autorisierung zu fahren, ist es nicht.
- Alle geplanten Fahrer bereits bei der Buchung berücksichtigen.
- Altersanforderungen jedes Fahrers kontrollieren.
- Zusatzfahrergebühr und Young Driver Fee getrennt prüfen.
- Partner- und Loyalitätsregeln im konkreten Tarif kontrollieren.
- Bei der Übernahme das Rental Agreement vor der Unterschrift lesen.
- Nur Personen fahren lassen, deren Fahrerstatus eindeutig geklärt ist.
Passende Ergänzungen: Mietwagen unter 25, Kreditkarte oder Debitkarte, CDW, LDW und Vollkasko sowie der gesamte USA-Mietwagen-Ratgeber.