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Den USA-Mietwagen zu spät buchen

Wer ohne bestehende Reservierung auf einen möglichen Last-minute-Preis wartet, riskiert nicht nur höhere Kosten, sondern vor allem den Verlust der passenden Fahrzeugklasse.

Sichere zuerst einen passenden, stornierbaren Tarif. Beobachte danach die Preisentwicklung und wechsle nur zu einem bestätigten, wirklich gleichwertigen Angebot.

Warum wird mit der Buchung so häufig gewartet?

Viele Urlauber übertragen Erfahrungen aus anderen Reisebereichen auf den Mietwagen. Bei Flügen gilt häufig: Je näher der Reisetermin rückt, desto größer wird das Risiko steigender Preise. Beim Mietwagen USA verläuft die Preisentwicklung weniger eindeutig.

Die Vermieter passen ihre Tarife laufend an Nachfrage, Auslastung, Station, Reisezeit und vorhandene Fahrzeugbestände an. Dadurch kann derselbe Mietwagen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen unterschiedlich viel kosten. Ein scheinbar hoher Frühbucherpreis kann später sinken – ein günstiger Preis kann aber ebenso verschwinden, sobald eine Fahrzeuggruppe stärker nachgefragt wird.

Daraus entstehen zwei gegensätzliche Denkfehler: Manche Reisende leiten aus kurzfristigen Preissenkungen ab, dass spätes Buchen grundsätzlich günstiger sei. Andere sichern sehr früh einen nicht stornierbaren Tarif und prüfen danach überhaupt nicht mehr.

Entscheidend: Nicht nur die Preisentwicklung, sondern auch die Verfügbarkeit Deiner benötigten Fahrzeugklasse muss abgesichert werden.

Was die häufig zitierte Last-minute-Auswertung wirklich zeigt

Eine NerdWallet-Auswertung kam zu dem Ergebnis, dass eine sieben Nächte lange Anmietung sieben Tage vor der Übernahme im Durchschnitt 13,4 Prozent günstiger war als dieselbe Anmietung mit 91 Tagen Vorlauf. Untersucht wurden mehr als 480 Preise bei acht großen US-Vermietern.

Verglichen wurde jeweils die günstigste verfügbare Fahrzeugoption, typischerweise ein kleiner Pkw, bei einem Tarif mit Zahlung am Schalter. Die Untersuchung sagt deshalb wenig darüber aus, wie sich Minivans, Fullsize-SUVs, Cabrios oder für deutsche Urlauber zusammengestellte Kompletttarife entwickeln.

Ein kurzfristig günstiger Kleinwagen beweist nicht, dass auch Dein benötigter Siebensitzer günstiger geworden ist. Ebenso sagt ein niedriger US-Basistarif wenig darüber aus, ob Vollkasko, ausreichende Haftpflichtdeckung, Zusatzfahrer oder Einwegmiete enthalten sind.

NerdWallet empfiehlt deshalb nicht einfach abzuwarten, sondern früh einen Tarif mit späterer Zahlung zu reservieren und ihn bei einem besseren Preis zu ersetzen.

Van als USA-Mietwagen auf freier Strecke als Sinnbild für eine früh ausgebuchte Minivan-Klasse gegenüber einem günstigen Kleinwagen

Früh buchen bedeutet nicht, den ersten Preis endgültig akzeptieren zu müssen

Eine frühe Reservierung sichert Dir zunächst eine passende Fahrzeugklasse zu einem bekannten Preis. Besonders wichtig ist das bei Minivans, großen SUVs, Cabrios, Pick-ups, Sieben- oder Achtsitzern und besonderen Premiumklassen.

Solche Kategorien stehen an einer Station nur begrenzt zur Verfügung. Ist die Klasse ausgebucht, hilft Dir ein später gefallener Preis bei Economy- oder Standardfahrzeugen nicht weiter.

Achte möglichst auf einen Tarif, der bis kurz vor der Übernahme kostenfrei stornierbar ist. So sicherst Du die Verfügbarkeit und behältst trotzdem die Möglichkeit, bei einer späteren Preissenkung neu zu buchen.

Auch der bestehende RE-CHECK-Ansatz folgt diesem Prinzip: Aktuelle Tagespreise werden mit der vorhandenen Buchung verglichen. Eine Neubuchung ist nur sinnvoll, wenn der alte Vertrag kostenfrei storniert werden kann.

Ein niedrigerer Preis ist nur bei gleicher Leistung günstiger

Beim Recheck darfst Du nicht ausschließlich den Gesamtpreis vergleichen. Ein später auftauchender US-Tarif kann günstiger aussehen, weil wesentliche Leistungen fehlen.

Prüfe dieselbe Fahrzeugkategorie, Vollkaskoschutz und Selbstbeteiligung, Haftpflichtdeckung, Zusatzfahrer, Einweggebühren, Tankregelung, Kilometerbegrenzung, Zahlungszeitpunkt und Stornierungsbedingungen.

Achtung: Ein Angebot für 50 Euro weniger ist keine Ersparnis, wenn Du dafür eine niedrigere Haftpflichtdeckung akzeptierst oder Leistungen später am Schalter nachkaufen musst.
Mietwagenschalter am US-Flughafen als Sinnbild für den Vergleich zweier gleichwertiger Angebote mit unterschiedlicher Haftpflichtdeckung, Selbstbeteiligung und Zusatzfahrerregelung

Nationalpark-Rundreisen benötigen mehr Vorlauf

Bei Rundreisen durch den Westen konzentriert sich die Nachfrage auf typische Ausgangsorte wie Las Vegas, Los Angeles, San Francisco, Denver, Salt Lake City oder Phoenix.

Während der Sommermonate treffen internationale Ferienzeiten, US-Schulferien und die Hauptreisezeit vieler Nationalparks aufeinander. Entscheidend ist nicht nur der allgemeine Bestand, sondern die Verfügbarkeit genau der Fahrzeugklasse, die zu Personen, Gepäck und Route passt.

Benötigst Du einen Minivan oder großen SUV, solltest Du nicht warten, bis jedes Hotel und jede Tagesetappe endgültig feststeht. Abholort, Rückgabeort und Reisedaten reichen zunächst aus, um einen stornierbaren Tarif zu sichern.

Eine Einwegmiete sollte nicht erst am Ende festgelegt werden

Viele USA-Rundreisen beginnen und enden an unterschiedlichen Orten, etwa von Los Angeles nach Las Vegas oder von San Francisco nach Phoenix.

Eine Einwegmiete muss bereits bei der Buchung mit dem korrekten Abhol- und Rückgabeort berechnet werden. Änderst Du später den Rückgabeort, kann der gesamte Vertrag zum aktuellen Preis neu kalkuliert werden. Auch Fahrzeugverfügbarkeit und mögliche Einwegkosten können sich ändern.

Ist die Route noch nicht vollständig entschieden, reserviere die wahrscheinlichste Variante stornierbar, statt zunächst eine unpassende Rundmiete zu buchen.

Großer SUV als Mietwagen auf einer USA-Nationalpark-Rundreise als Sinnbild für eine früh gesicherte Einwegroute zwischen zwei Flughäfen

Florida besitzt mehrere unterschiedliche Nachfragespitzen

Besonders Südflorida und die Florida Keys werden auch während der trockeneren Winter- und Frühjahrsmonate stark nachgefragt. Weihnachten, Jahreswechsel, Spring Break, Ostern, Kreuzfahrttermine und lange US-Feiertagswochenenden können die Nachfrage zusätzlich erhöhen.

Ein Mietwagen ab Miami, Fort Lauderdale oder Orlando kann deshalb im Februar oder März knapper sein als an manchen Sommerterminen.

Zwischen dem 1. Juni und dem 30. November liegt außerdem die Atlantik-Hurrikansaison. Eine flexible, stornierbare Buchung ist dann besonders wertvoll, falls Flüge, Route oder Abholstation geändert werden müssen.

Ein kleiner Preisvorteil eines starren Prepaid-Tarifs kann in einer solchen Situation schnell an Bedeutung verlieren.

Auf Hawaii ist die Fahrzeugverfügbarkeit besonders wichtig

Auf Hawaii ist der Mietwagenbestand auf jede einzelne Insel begrenzt. Fahrzeuge lassen sich nicht kurzfristig von einer Station auf dem Festland oder von einer Nachbarinsel zuführen.

Bei einer Reise über mehrere Inseln musst Du deshalb jede Anmietung separat betrachten. Eine gute Verfügbarkeit auf Oʻahu sagt nichts über Maui, Kauaʻi oder Big Island aus.

Benötigst Du einen Jeep, ein Cabrio, einen Minivan oder ein größeres Fahrzeug, sollte der Mietwagen zu den ersten gebuchten Reisebausteinen gehören. Auf Hawaii ist die gesicherte Fahrzeugklasse meist wichtiger als die Hoffnung auf eine kurzfristige Preissenkung.

Rotes Cabrio als Mietwagen an einer Küstenstraße auf Hawaii als Sinnbild für die begrenzte Inselflotte gefragter Jeeps, Cabrios und Minivans

So vermeidest Du diesen Fehler

1

Reservieren, sobald Flug und grobe Route feststehen

Warte nicht, bis jede Tagesetappe endgültig geplant ist.

2

Kostenfrei stornierbaren Tarif wählen

Prüfe Stornierungsfrist und Zahlungszeitpunkt.

3

Sonderkategorien früh sichern

Minivans, große SUVs, Cabrios und Siebensitzer sind begrenzt.

4

Einwegmiete korrekt angeben

Abhol- und Rückgabeort müssen von Beginn an stimmen.

5

Nur gleichwertige Leistungen vergleichen

Versicherungen, Selbstbeteiligung, Zusatzfahrer und Gebühren müssen vergleichbar sein.

6

Preis mehrfach erneut prüfen

Recheck etwa 30 Tage, zwei Wochen und einige Tage vor Reisebeginn.

7

Zuerst neu buchen, dann stornieren

Die alte Reservierung erst nach bestätigter Neubuchung löschen.

8

Gute Reservierung nicht unüberlegt ändern

Änderungen können eine vollständige Neuberechnung auslösen.

Tipp und Deine konkrete Entscheidung

Tipp: Speichere unmittelbar nach der Erstbuchung einen Screenshot oder eine Vergleichstabelle mit Fahrzeugklasse, Gesamtpreis, Haftpflichtdeckung, Selbstbeteiligung, Zusatzfahrer, Einweggebühr, Tankregelung, Zahlungszeitpunkt und Stornierungsfrist.

Findest Du später ein günstigeres Angebot, trägst Du dessen Leistungen daneben ein. Erst wenn das neue Angebot mindestens gleichwertig ist, buchst Du es verbindlich und stornierst anschließend den alten Vertrag.

Deine konkrete Entscheidung lautet: Sichere frühzeitig einen stornierbaren USA-Mietwagen, besonders in der Hauptsaison, auf Hawaii und bei knappen Fahrzeugklassen. Beobachte anschließend die Preisentwicklung bis kurz vor der Übernahme und buche bei einem günstigeren, wirklich gleichwertigen Angebot neu. Warte niemals ohne bestehende Reservierung auf einen möglichen Preisrückgang in den letzten Tagen.
Joshua Tree Nationalpark mit dem Mietwagen erkunden

Checkliste: Ist Deine Buchungsstrategie wirklich sinnvoll?

Häufige Fragen zur rechtzeitigen USA-Mietwagenbuchung

Ist ein USA-Mietwagen kurz vor der Reise grundsätzlich teurer?

Nein. Standardklassen können kurzfristig günstiger werden. Das größere Risiko ist, dass passende oder seltene Fahrzeugklassen bereits ausgebucht sind.

Wann sollte ich einen USA-Mietwagen reservieren?

Sobald Flug, Reisedaten sowie grober Abhol- und Rückgabeort feststehen. Ein stornierbarer Tarif schützt die Verfügbarkeit und lässt spätere Preisvergleiche zu.

Welche Fahrzeugklassen sollte ich besonders früh sichern?

Vor allem Minivans, große SUVs, Cabrios, Pick-ups sowie Sieben- und Achtsitzer.

Was bedeutet Recheck beim Mietwagen?

Du vergleichst Deine bestehende Buchung später erneut mit aktuellen Preisen und wechselst nur zu einem bestätigten, mindestens gleichwertigen Angebot.

Reicht es, nur den Gesamtpreis zu vergleichen?

Nein. Fahrzeugklasse, Haftpflichtdeckung, Vollkasko, Selbstbeteiligung, Zusatzfahrer, Einweggebühren und Stornierbarkeit müssen ebenfalls übereinstimmen.

Warum ist frühes Buchen auf Hawaii besonders wichtig?

Der Fahrzeugbestand ist auf jeder Insel begrenzt und kann nicht kurzfristig vom Festland ergänzt werden.

Soll ich einen günstigeren Tarif sofort umbuchen?

Buche das neue Angebot zuerst verbindlich. Storniere die alte Reservierung erst danach und nur, wenn sie kostenfrei kündbar ist.

Kann eine Änderung meiner Reservierung den Preis erhöhen?

Ja. Änderungen von Zeit, Station, Mietdauer oder Rückgabeort können eine vollständige Neuberechnung zum aktuellen Tarif auslösen.

Quellen und Hinweise

Preise, Verfügbarkeiten, Stornierungsfristen und Leistungen können sich nach Vermieter, Station, Reisezeit, Fahrzeugklasse und Tarif unterscheiden.

Porträtfoto der Autorin Sylvia Spleth

Liebe Grüße

Spezialistin für USA-Mietwagen und Rundreisen seit über 30 Jahren

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