25 Fehler · FEHLER 11

Das Rental Agreement bei der Übernahme nicht kontrollieren

Der Voucher zeigt, was Du gebucht hast. Das Rental Agreement zeigt, was Du am Schalter tatsächlich unterschreibst.

Am Schalter geht plötzlich alles schnell. Englische Abkürzungen, Beträge und Versicherungsbezeichnungen erscheinen auf dem Display – und erst Tage später fällt auf, dass eine Zusatzleistung, Tankoption oder ein Upgrade im Vertrag steht.

Das Wichtigste in Kürze Das Rental Agreement ist der Mietvertrag vor Ort und nicht bloß ein Abholbeleg.

Vergleiche Namen, Fahrer, Stationen, Mietdaten, Fahrzeugklasse, Tankregelung und jede Kostenposition mit Voucher und Buchungsbestätigung.

Unterschreibe erst, wenn alle Korrekturen im neu ausgegebenen Vertrag sichtbar sind.
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  1. Warum wird ungeprüft unterschrieben?
  2. Was kann passieren?
  3. Zusätzliche Versicherung
  4. Hauptfahrer und Zusatzfahrer
  5. Kostenpflichtiges Upgrade
  6. Abhol- und Rückgabestation
  7. Datum und Uhrzeit
  8. Fahrzeugklasse und Fahrzeug
  9. Tankoption und Tankstand
  10. Rental Agreement richtig kontrollieren
  11. Kostenpositionen prüfen
  12. Deine konkrete Aufgabe
  13. Checkliste
  14. Häufige Fragen
  15. Quellen und Hinweise

Warum wird das Rental Agreement so häufig ungeprüft unterschrieben?

Die Situation am Schalter begünstigt schnelle Entscheidungen. Viele Urlauber sind nach dem Flug müde, möchten nicht als komplizierte Kunden erscheinen und vertrauen darauf, dass die Angaben aus dem Voucher automatisch vollständig in den Vertrag übernommen wurden.

Genau hier liegt der entscheidende Denkfehler: Die Buchungsbestätigung des Reiseveranstalters, Vermittlers oder Brokers und das Rental Agreement des örtlichen Vermieters sind nicht dasselbe Dokument.

Der Voucher beschreibt grundsätzlich, welche Leistung Du gebucht hast. Das Rental Agreement hält fest, welches Fahrzeug Du vor Ort zu welchen Bedingungen übernimmst, wer fahren darf und welche zusätzlichen Leistungen aufgenommen wurden.

Hinzu kommt die Sprachbarriere. Begriffe wie „LDW“, „SLI“, „Fuel Service Option“, „Roadside Assistance“ oder „Additional Driver“ wirken technisch und werden deshalb schnell übergangen.

Was kann passieren?

Im ungünstigsten Fall bestätigst Du mit Deiner Unterschrift Leistungen, die Du weder bestellt noch benötigt hast.

Dazu können zusätzliche Versicherungen, Pannenhilfepakete, Mautprodukte, Satellitenradio, Kindersitze, Tankoptionen oder ein kostenpflichtiges Fahrzeug-Upgrade gehören.

Auch Fehler ohne Zusatzleistung können Folgen haben. Ist der zweite Fahrer nicht eingetragen, darf er das Fahrzeug möglicherweise nicht führen. Ist die Rückgabestation falsch, kann die Einwegmiete gefährdet sein oder es entstehen andere Gebühren.

Das eigentliche Problem zeigt sich oft erst bei der Endabrechnung. Dann liegt zwischen Vertragsunterzeichnung und Reklamation bereits die gesamte Reise.

Grundregel: Eine Korrektur am Schalter ist fast immer einfacher als eine Reklamation nach der Reise.
Mitarbeiter mit „Contract“-Klemmbrett und Stift kontrolliert ein Fahrzeug – Sinnbild für die Prüfung des Rental Agreements vor der Unterschrift

Eine Versicherung wurde zusätzlich eingetragen

Viele deutsche USA-Mietwagenangebote enthalten bereits bestimmte Versicherungs- oder Haftungsreduzierungsleistungen. Trotzdem können am Schalter weitere Produkte angeboten werden.

Die Namen ähneln sich, erfüllen aber nicht immer denselben Zweck:

  • LDW oder CDW betrifft Schäden oder Verlust am Mietfahrzeug.
  • SLI oder LIS kann den Haftpflichtschutz gegenüber Dritten erweitern.
  • PAI beziehungsweise PEC kann bestimmte Unfall- oder Gepäckleistungen umfassen.
  • Roadside Assistance betrifft wiederum Pannenhilfe und bestimmte Servicefälle.

Entscheide deshalb nicht allein nach dem Wort „Insurance“. Vergleiche Abkürzungen und Beträge mit Deiner Buchungsbestätigung.

Hilfreiche Frage: „Is this optional, and is it already included in my prepaid reservation?“
Fahrt mit dem Mietwagen auf einem US-Highway aus dem Innenraum – Sinnbild für Haftpflicht- und Zusatzversicherungen im Rental Agreement

Die falsche Person steht als Hauptfahrer im Vertrag

Der Hauptfahrer muss in der Regel die Mietvoraussetzungen erfüllen und die erforderlichen Dokumente und Zahlungsmittel vorlegen.

Kontrolliere die Schreibweise des Namens. Schon ein vertauschter Vor- und Nachname oder ein anderer Reisender als Hauptfahrer kann Probleme verursachen.

Zusätzliche Fahrer müssen entsprechend den Bedingungen des Vermieters zugelassen und gegebenenfalls in das Rental Agreement aufgenommen werden.

Verlasse Dich nicht pauschal auf die Aussage, dass Ehepartner oder weitere Reisende automatisch fahren dürfen. Entscheidend sind Station, Tarif, Bundesstaat und konkrete Vertragsbedingungen.

Aus einem vermeintlich kostenlosen Upgrade wird ein Aufpreis

Ist die gebuchte Fahrzeugklasse nicht verfügbar, kann ein größeres Fahrzeug kostenlos bereitgestellt werden. Es kann sich aber ebenso um ein kostenpflichtiges Upgrade handeln.

Entscheidend ist nicht, wie das Angebot mündlich bezeichnet wird, sondern welcher Betrag im Rental Agreement steht.

Achte auf Positionen wie:

  • Upgrade Charge,
  • Car Class Upgrade,
  • Upgrade Fee,
  • Rate Change,
  • Daily Upgrade.
Frage ausdrücklich: „Is the upgrade completely free, with no change to my rental rate?“

Ein größeres Fahrzeug kann außerdem höhere Kraftstoffkosten verursachen. Auch ein kostenloses Upgrade ist deshalb nicht automatisch die beste Wahl.

Mehrere geparkte SUV an einem US-Mietwagenstandort – eine größere Fahrzeugklasse als mögliches kostenloses oder kostenpflichtiges Upgrade

Abhol- oder Rückgabestation ist falsch

Bei einer Einwegmiete muss die vereinbarte Rückgabestation eindeutig im Vertrag stehen.

Verwechsle nicht mehrere Stationen derselben Stadt. Eine Flughafenstation ist nicht dasselbe wie eine Innenstadtstation, und große Städte können mehrere Flughäfen mit jeweils eigenen Vermietstationen haben.

Kontrolliere den vollständigen Stationsnamen, den Stationscode und möglichst auch die Adresse.

Ist die Rückgabe am Flughafen geplant, muss im Vertrag tatsächlich die passende Flughafenstation stehen.

Datum und Uhrzeit stimmen nicht

Vergleiche den vereinbarten Beginn und das Ende der Mietzeit.

Kontrolliere:

  • Abholdatum,
  • Abholzeit,
  • Rückgabedatum,
  • Rückgabezeit,
  • Anzahl der berechneten Tage,
  • Öffnungszeiten der Rückgabestation.

Schon eine falsche Uhrzeit kann die Berechnung verändern. Eine Korrektur sollte vollständig im System bestätigt werden.

Fahrzeugklasse und Fahrzeug stimmen nicht überein

Im Rental Agreement sollte die übernommene Fahrzeugklasse beziehungsweise das konkret zugewiesene Fahrzeug erkennbar sein.

Kontrolliere Kennzeichen, Fahrzeugnummer oder Vehicle Identification Number, soweit diese Angaben aufgeführt werden.

Ein anderes Modell innerhalb derselben Klasse ist üblich. Problematisch wird es, wenn Du eine kleinere Klasse erhältst oder für eine angeblich größere Klasse ein Aufpreis eingetragen ist.

Vergleiche deshalb nicht nur Markennamen. Entscheidend sind Fahrzeugkategorie, Platzbedarf, Gepäckraum und Vertragsrate.

Die Tankoption wird missverstanden

Bezeichnungen wie „Fuel Purchase Option“, „Prepaid Fuel“ oder „Fuel Service“ klingen ähnlich, führen aber zu unterschiedlichen Abrechnungen.

Bei vorausbezahltem Kraftstoff bezahlst Du meist zu Beginn eine bestimmte Tankmenge. Für nicht verbrauchten Kraftstoff gibt es normalerweise keine Erstattung.

Bei anderen Modellen musst Du auf den ursprünglichen Stand nachtanken oder zahlst einen vom Vermieter festgelegten Nachfülltarif.

Prüfe deshalb, welche Tankregelung markiert ist und welcher Tankstand bei der Übernahme eingetragen wurde.

Zusätzlich sinnvoll: Tankbelege bis zur endgültigen Abrechnung aufbewahren.
Hand an einer US-Zapfsäule mit Kraftstoffauswahl von Unleaded bis Premium – Sinnbild für die Tankregelung und den Tankstand im Rental Agreement

So kontrollierst Du das Rental Agreement richtig

Lege vor der Unterschrift drei Dokumente nebeneinander:

  1. Deine Buchungsbestätigung,
  2. den Voucher,
  3. das neue Rental Agreement.

Kontrolliere zuerst die persönlichen Angaben: Hauptfahrer, zusätzliche Fahrer und gegebenenfalls Altersangaben.

Danach vergleichst Du Abholstation, Rückgabestation, Datum und Uhrzeit.

Im nächsten Schritt prüfst Du Fahrzeugklasse und Fahrzeugdaten. Achte darauf, ob ein Upgrade ausgewiesen wird und ob dafür ein täglicher oder einmaliger Aufpreis berechnet wird.

Prüfe zuletzt Tankregelung, eingetragenen Tankstand, Kilometerregelung und Rückgabebedingungen.

Unterschreibe erst, wenn alle Korrekturen im neu ausgegebenen Rental Agreement sichtbar sind.

Diese Kostenpositionen solltest Du einzeln prüfen

Suche im Rental Agreement besonders nach:

  • LDW oder CDW,
  • SLI oder LIS,
  • PAI beziehungsweise PEC,
  • Roadside Assistance,
  • Additional Driver,
  • Fuel Purchase Option,
  • Toll Service,
  • Upgrade Charge,
  • Concession oder Facility Fees,
  • Steuern und Zuschlägen.

Vergleiche nicht nur den Gesamtbetrag. Eine einzelne unerwünschte Position kann im Gesamtpreis leicht untergehen.

Frage bei jeder unklaren Position nach dem Betrag für die gesamte Mietdauer und nicht nur nach dem Tagespreis.

Vertragsbereich Was prüfen? Mögliches Risiko
Hauptfahrer Name, Schreibweise, persönliche Angaben Abholprobleme oder falsche Vertragspartei
Zusatzfahrer Eintragung und mögliche Gebühr Fahrer möglicherweise nicht berechtigt
Versicherungen LDW, SLI, PAI, PEC, Roadside Assistance Ungewollte Zusatzkosten
Upgrade Upgrade Charge, Rate Change, Daily Upgrade Aufpreis statt kostenloser Ersatzklasse
Stationen Name, Code, Adresse von Abholung und Rückgabe Falsche Rückgabe oder Einwegkosten
Mietdaten Datum, Uhrzeit, Anzahl der Tage Zusätzlicher Mietzeitraum
Tankregelung Tankmodell und Ausgangsfüllstand Nachfüll- oder Servicegebühr
Gesamtpreis Tagesrate, einmalige Gebühren, Steuern Einzelne Zusatzpositionen bleiben unbemerkt

Deine konkrete Aufgabe bei der Übernahme

Markiere bereits vor der Reise auf Deinem Voucher die entscheidenden Angaben:

  • Hauptfahrer,
  • eingeschlossene Zusatzfahrer,
  • Versicherungsleistungen,
  • Fahrzeugklasse,
  • Tankregelung,
  • Abhol- und Rückgabestation,
  • Gesamtpreis.

Am Schalter musst Du dann keinen langen Text durchsuchen, sondern nur sieben klar gekennzeichnete Punkte mit dem Rental Agreement vergleichen.

Tipp

Fotografiere oder speichere anschließend sämtliche Vertragsseiten und bewahre die Unterlagen bis nach der endgültigen Kreditkartenabrechnung auf.

Unterschreibe nicht nach Gefühl, sondern erst dann, wenn der Vertrag mit Deiner Buchung und Deinen bewussten Entscheidungen übereinstimmt.
Weißer Mietwagen-SUV mit geöffneter Fahrertür bei der Fahrzeugübernahme – Sinnbild für die sorgfältige Kontrolle vor der Unterschrift

Checkliste: Ist das Rental Agreement korrekt?

Markiere jeden Punkt erst, wenn er geprüft ist.

Häufige Fragen zum Rental Agreement

Was ist das Rental Agreement?

Das Rental Agreement ist der Mietvertrag, den Du vor Ort mit dem Vermieter abschließt.

Ist der Voucher dasselbe wie das Rental Agreement?

Nein. Der Voucher beschreibt die gebuchte Leistung, das Rental Agreement die tatsächlich vor Ort vereinbarten Bedingungen.

Welche Kostenpositionen sollte ich besonders prüfen?

Achte besonders auf Versicherungen, Pannenhilfe, Zusatzfahrer, Tankoptionen, Mautprodukte, Zubehör und Upgrades.

Wie erkenne ich ein kostenpflichtiges Upgrade?

Suche nach Begriffen wie Upgrade Charge, Car Class Upgrade, Upgrade Fee, Rate Change oder Daily Upgrade.

Muss ein zusätzlicher Fahrer im Vertrag stehen?

Je nach Vermieter, Tarif und Ausnahmeregel muss der Fahrer ausdrücklich zugelassen und gegebenenfalls im Vertrag eingetragen sein.

Was mache ich bei einer falschen Rückgabestation?

Lass die Station vor der Unterschrift im System korrigieren und im neu ausgegebenen Vertrag bestätigen.

Reicht eine mündliche Zusage am Schalter?

Nein. Maßgeblich ist, was im korrigierten Rental Agreement sichtbar festgehalten wurde.

Wie lange sollte ich den Vertrag aufbewahren?

Mindestens bis die Miete endgültig abgerechnet und keine Nachbelastung mehr offen ist.


Wichtiger Hinweis: Bezeichnungen, Zusatzprodukte und Bedingungen unterscheiden sich nach Vermieter, Station, Bundesstaat und Tarif. Maßgeblich ist der konkrete Vertrag vor Ort.

Quellen und Hinweise

Die folgenden Anbieterinformationen wurden für die fachliche Einordnung genutzt. Bezeichnungen und Bedingungen können sich ändern. Maßgeblich bleiben immer Voucher, Reservierungsbestätigung und das konkret ausgegebene Rental Agreement.

Porträtfoto der Autorin Sylvia Spleth

Liebe Grüße

Spezialistin für USA-Mietwagen und Rundreisen seit über 30 Jahren

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