Auf Bildern wirkt Antelope Canyon wie ein sauber komponiertes Spiel aus Licht, Sandstein und Schatten. Vor Ort ist er enger, stärker geregelt und empfindlicher, als viele vorher annehmen.
Das Wichtigste in Kürze
Antelope Canyon liegt auf dem Gebiet der Navajo Nation und darf nicht eigenständig betreten werden. Eine geführte Tour ist verpflichtend. Upper, Lower und Canyon X unterscheiden sich bei Zugang, Treppen, Enge, Licht und Gruppenerlebnis. Tourzeit, Check-in und Treffpunkt müssen genau geprüft werden. Flash Floods können auch durch entfernte Gewitter ausgelöst werden. Lichtstrahlen sind nicht garantiert. Der Nationalparkpass gilt nicht.
Man betritt keinen frei zugänglichen Naturpfad, sondern einen Slot Canyon auf Navajo-Land. Zugang, Sicherheit, Verhalten und feste Zeitfenster gehören hier zusammen.
Der wichtigste Punkt steht ganz am Anfang: Antelope Canyon lässt sich nicht allein besuchen. Die Navajo Nation Parks & Recreation schreibt klar, dass die Lake-Powell- und Antelope-Canyon-Bereiche nur mit geführter Tour zugänglich sind. Tour Guides sind verpflichtend.
Zusätzlich fällt pro Person und Standort eine Navajo-Park-Gebühr an; die Tour selbst kostet separat. Der Nationalparkpass hilft hier nicht, weil Antelope Canyon kein US-Nationalpark ist.
Genau das wird oft falsch eingeordnet. Page liegt direkt nebenan, Lake Powell ist nah, Horseshoe Bend ebenfalls. Trotzdem funktioniert Antelope Canyon nicht nach dem Muster „Parkplatz finden, loslaufen, fertig“.
Der Canyon liegt im Lake Powell Navajo Tribal Park. Man bewegt sich auf Land der Navajo Nation. Damit ändern sich Buchung, Regeln, Sicherheitsentscheidungen, Fotozeiten und auch die Frage, ob eine Tour bei Wetterrisiko kurzfristig stattfinden kann.
Zugangnur mit geführter Tour
GebietNavajo Nation
Nationalparkpassnicht gültig
KostenTourpreis plus Navajo-Gebühren
Konkrete Entscheidung: Zuerst Canyon-Abschnitt und offiziellen Anbieter auswählen. Erst danach den übrigen Tag in Page planen.
Wasser hat diesen Canyon geformt
Der Navajo-Name des Upper Antelope Canyon lautet Tsé Bíghanílíní. Die Navajo Nation Parks & Recreation führt diesen Namen offiziell; ein Navajo-geführter Anbieter übersetzt ihn sinngemäß als „der Ort, an dem Wasser durch Felsen läuft“. Treffender kann man diesen Canyon kaum beschreiben. Nicht allein Wind hat diese schmalen Gänge geformt, sondern Wasser, das bei seltenen, heftigen Ereignissen durch den Sandstein schießt, Sand mitnimmt, Wände abschleift und Kurven herausarbeitet.
Genau hier liegt der Widerspruch des Ortes. Man kommt wegen des Lichts. Entstanden ist der Canyon durch Wasser. Und Wasser bleibt bis heute die Gefahr.
Die glatten Wände, die weichen Linien, die Sandrippen am Boden: Das ist kein Bühnenbild. Es ist die Spur von Wasser, Druck und Bewegung.
Konkrete Entscheidung: Wetterabsagen nicht als organisatorisches Problem behandeln. Die Kräfte, die den Canyon geformt haben, bestimmen bis heute den Zugang.
Flash Floods und das Unglück von 1997
1997 wurde Antelope Canyon nicht nur als Fotomotiv bekannt, sondern auch als Warnung. Am 12. August 1997 starben im Lower Antelope Canyon elf Besucher durch eine Sturzflut; ein Guide überlebte. Der Bericht des National Weather Service beschreibt, dass ein schweres Gewitter mehrere Meilen oberhalb des Canyons sehr starken Regen brachte und eine rund 20 Fuß hohe Wasserwand in den Canyon schickte. Am eigenen Standort muss es dafür nicht stark regnen.
Das ist die harte Lektion vieler Slot Canyons im Norden Arizonas.
Diese Geschichte gehört in jeden ehrlichen Text über Antelope Canyon. Nicht als Dramatisierung. Als Einordnung. Der Canyon ist schön, weil er von Kräften geformt wurde, die gefährlich sein können.
Der National Park Service warnt in Glen Canyon und den umliegenden Slot-Canyon-Gebieten ausdrücklich vor Flash Floods. In schmalen Canyons und Washes kann über dem eigenen Kopf blauer Himmel sein, während ein entferntes Gewitter Wasser in die Rinne schickt. Wenn eine Tour wegen Wetter abgesagt wird, ist das kein schlechter Service und keine übertriebene Vorsicht. Es ist genau der Grund, warum solche Canyons heute kontrollierter besucht werden.
Entfernte Gewitter reichen aus: Über dem Canyon kann blauer Himmel stehen, während Wasser aus einem anderen Einzugsgebiet in die enge Rinne gelangt.
Konkrete Entscheidung: Bei einer wetterbedingten Absage keinen alternativen Eigenzugang suchen. Tourentscheidung und Sicherheitsbewertung des Anbieters akzeptieren.
Die bekannten Lichtstrahlen hängen von Sonnenstand, Jahreszeit, Bewölkung, Staub und Tourzeit ab.
Für Besucher gibt es nicht „den einen“ Antelope Canyon. Meist ist von Upper Antelope Canyon, Lower Antelope Canyon, Canyon X oder weiteren geführten Slot-Canyon-Abschnitten in der Umgebung die Rede. Upper und Lower sind die bekanntesten. Upper Antelope Canyon liegt ebener, ist am Boden breiter und berühmt für Lichtstrahlen, die bei passendem Sonnenstand in den Canyon fallen.
Visit Arizona beschreibt Upper als den Bereich, den viele wählen, wenn sie die hohen Wände mit Sonnenstrahlen sehen möchten.
Lower Antelope Canyon fühlt sich anders an. Er ist enger, bewegter und technisch anspruchsvoller, mit Treppen, Leitern und schmaleren Passagen. Wer Knieprobleme, Höhenangst, eingeschränkte Mobilität oder wenig Trittsicherheit hat, sollte Lower nicht allein nach Fotos auswählen. Viele Bilder zeigen die Sandsteinwände. Sie zeigen nicht unbedingt die Zugänge.
Upper ist nicht automatisch besser. Lower ist nicht automatisch ursprünglicher. Canyon X ist nicht automatisch der Geheimtipp. Das sind Etiketten, keine brauchbaren Planungskriterien.
Die bessere Frage lautet: Welche Tour passt zu Körper, Tageszeit, Fotoanspruch, Budget, Gruppengröße und Reiseplan?
Canyon X liegt südöstlich der bekannteren Abschnitte und wird oft als ruhigere Alternative beschrieben. Auch dort gilt: nur geführt, mit Navajo Guide, festen Zeiten und gebuchter Tour. Manche Anbieter beschreiben Canyon X als Kombination aus zwei Slot-Abschnitten mit A- und V-förmiger Struktur. Solche Details können je nach Anbieter variieren. Die genaue Beschreibung sollte deshalb direkt beim offiziellen Betreiber geprüft werden.
Upper Antelope Canyonebener, breiter und für Lichtstrahlen bekannt
Lower Antelope Canyonenger, Treppen, Leitern und anspruchsvollere Zugänge
Canyon Xalternative geführte Slot-Canyon-Tour
Konkrete Entscheidung: Canyon nicht nach Bekanntheit auswählen. Mobilität, Treppen, Gruppengröße und gewünschte Lichtbedingungen vergleichen.
Lichtstrahlen und Fotorealität
Das bekannteste Motiv im Antelope Canyon ist der Lichtstrahl im Upper Canyon. Viele bauen ihre gesamte Planung um diesen Effekt. Der Haken dabei: Lichtstrahlen sind kein garantiertes Produkt.
Sie hängen von Jahreszeit, Sonnenstand, Wetter, Staub in der Luft und Tourzeit ab. Meist sind die Chancen um die Mittagszeit und in den helleren Monaten besser. Eine Wolkendecke kann den Effekt trotzdem einfach verschwinden lassen. Ein Canyon ohne Beam ist kein misslungener Besuch. Er ist nur ein anderer Besuch.
Viele Fotos übertreiben außerdem die Farben. Kameraeinstellungen, Belichtung, Weißabgleich und Nachbearbeitung machen aus Sandstein schnell ein oranges, violettes, fast unrealistisches Bild. Vor Ort ist der Eindruck oft feiner: kühle Schatten, warme Kanten, staubiges Licht, kurze helle Öffnungen über dem Kopf.
Wer nur das Instagram-Bild erwartet, übersieht leicht die eigentlichen Details: Linien im Navajo-Sandstein, Spuren früherer Fluten, abgeschliffene Wände und Stellen, an denen Stein fast wie Stoff wirkt.
Konkrete Entscheidung: Tourzeit nicht ausschließlich nach einem garantierten Lichtstrahl auswählen. Ein Beam bleibt von Bedingungen abhängig.
Page, Treffpunkte und Zeitzonen
Antelope Canyon liegt wenige Minuten östlich von Page in Arizona. Der National Park Service nennt den Eingang zum Upper Antelope Canyon an der südlichen Kreuzung von AZ Highway 98 und Navajo Road 22B, etwa drei Meilen östlich von Page. Je nach Tour beginnt der Besuch direkt beim Anbieter in Page oder am Tourgelände nahe dem Canyon. Das ist wichtig, weil „Treffpunkt Page“ und „Treffpunkt Canyon“ zwei verschiedene Zeitrechnungen bedeuten.
Wer zu knapp plant, verliert schnell. Viele Anbieter verlangen Check-in vor Tourbeginn. Dazu kommen Zeitzonenverwirrung, Parkplatzsuche, Navajo-Gebühr, Wartebereiche, Gruppenorganisation und Transport zum Canyon.
Page liegt in Arizona, die Navajo Nation kann saisonal anders mit Zeitumstellungen umgehen als der Rest Arizonas. Die Uhrzeit sollte deshalb immer direkt beim Anbieter geprüft werden, nicht nach Bauchgefühl.
Das klingt trocken, ist aber einer der häufigsten Fehler. Wer morgens vom Grand Canyon, aus Kanab, von Zion oder aus Monument Valley kommt, sollte nicht nur Meilen zählen. Die Straßen sind lang, Tankstellen liegen nicht überall dicht beieinander, und ein verpasster Check-in kann bedeuten, dass die Tour verfällt. Antelope Canyon ist kein Aussichtspunkt, an dem man zehn Minuten später einfach noch hineinläuft.
Page selbst ist kein alter Western-Ort, der über Jahrhunderte gewachsen ist. Die Stadt hängt eng mit dem Bau des Glen Canyon Dam zusammen. Für Reisende ist Page heute vor allem ein logistischer Knotenpunkt: Antelope Canyon, Horseshoe Bend, Lake Powell, Glen Canyon, Vermilion Cliffs, Marble Canyon, Lees Ferry, je nach Route auch Monument Valley und Grand Canyon North Rim. Visit Arizona beschreibt Page entsprechend als Ausgangspunkt für Landschaften des Südwestens.
Uhrzeit direkt bestätigen: Nicht automatisch davon ausgehen, dass alle Orte der Region dieselbe saisonale Zeitregel verwenden.
Konkrete Entscheidung: Treffpunkt, Check-in-Zeit und gültige Ortszeit am Vortag direkt in der Buchungsbestätigung kontrollieren.
Viele Fotos zeigen nur die Wände. Treppen, Leitern, Zugänge und Gruppentempo unterscheiden sich je nach Canyon-Abschnitt.
Gerade dadurch entsteht die Versuchung, zu viel in einen Tag zu packen. Vormittags Antelope Canyon, mittags Horseshoe Bend, nachmittags Lake Powell, abends weiter Richtung Bryce. Auf dem Papier sieht das sauber aus. In der Praxis wird es schnell gehetzt. Antelope Canyon braucht Puffer, weil die Tourzeit fix ist.
Horseshoe Bend braucht Licht, Wasser und einen kurzen, ungeschützten Fußweg. Lake Powell ist je nach Wasserstand, Marina und geplanter Aktivität ein eigenes Thema.
Horseshoe Bend liegt zwar nahe bei Page, gehört aber zu einer anderen Zuständigkeit und fühlt sich völlig anders an. Die Stadt Page beschreibt den Aussichtspunkt als Blick auf eine fast hufeisenförmige Schleife des Colorado River mit etwa 1.000 Fuß Höhenunterschied am Overlook. Das ist ein starker Zusatz, aber kein Ersatz für Antelope Canyon. Der eine Ort ist eng, geführt und nach oben geöffnet. Der andere ist weit, frei und nach unten offen.
Eine sinnvolle Page-Planung trennt deshalb zwischen Fixterminen und flexiblen Punkten. Antelope Canyon zuerst festlegen. Dann prüfen, ob Horseshoe Bend davor oder danach passt. Lake Powell oder Glen Canyon nur ergänzen, wenn der Tag nicht auf Kante genäht ist. Wer von Las Vegas oder Zion als Tagesausflug kommt, sollte sehr genau rechnen.
Distanzen im Südwesten wirken im Routenplaner oft harmloser als im Körper nach sechs Stunden Fahrt.
Konkrete Entscheidung: Antelope Canyon als Fixtermin setzen. Horseshoe Bend und Lake Powell als flexible Ergänzungen darum anordnen.
Ausrüstung und Fotografieren
Im Canyon gelten eigene Regeln. Große Rucksäcke, Stative, Taschen, Essen oder bestimmte Ausrüstung können je nach Anbieter untersagt sein. Das ist keine Schikane. Enge Gänge, Gruppenverkehr und empfindliche Wände vertragen keine Ausrüstungsschlachten.
Früher waren spezielle Fototouren verbreiteter. Heute sind viele Abläufe stärker reguliert. Wer ernsthaft fotografieren will, muss die aktuellen Regeln des jeweiligen Anbieters prüfen.
Die beste Ausrüstung ist oft weniger, als man denkt: Smartphone oder Kamera, Staubtuch, sichere Schuhe, Kleidung für Sand, ruhige Hand.
Im Canyon fällt Sand von oben, besonders bei Wind oder wenn Gruppen über trockene Bereiche laufen. Objektivwechsel im Staub ist keine kluge Idee. Helle Kleidung kann Sandsteinfarben reflektieren und Fotos beeinflussen; laute Muster wirken in den engen Gängen schnell unruhig. Das ist keine Modefrage, sondern Bildlogik.
Antelope Canyon braucht keine großen Worte. Stark wird er in dem Moment, in dem man merkt, dass die Wände keine festen Linien haben. Ein Schritt nach vorn, und derselbe Felsen wirkt anders. Manchmal wirft ein Guide Sand in einen Lichtstrahl, damit die Kamera den Strahl überhaupt sichtbar bekommt.
Für wenige Sekunden hängt Staub in der Luft. Dann ist der Effekt weg.
Daraus muss man keine Mystik bauen. Der Canyon lässt sich nicht lange festhalten. Er verändert sich mit Licht, Wetter, Sand, Wasser, Saison, Gruppe und Blickwinkel. Wer hektisch durchläuft, sammelt Bilder. Wer langsamer schaut, sieht die Arbeit der Zeit.
Konkrete Entscheidung: Ausrüstung auf das vom Anbieter erlaubte Minimum reduzieren. Objektivwechsel im Canyon vermeiden.
Kinder, Mobilität und körperliche Anforderungen
Für Kinder kann Antelope Canyon je nach Tour machbar sein, aber er ist nicht automatisch ideal. Lower mit Treppen und engen Stellen ist etwas anderes als Upper mit ebenerem Zugang. Hitze, Wartezeit, Sand, Gruppentempo und wenig Bewegungsfreiheit können anstrengend werden. Kinderwagen sind in Slot Canyons keine realistische Option.
Wer mit Familie plant, sollte Altersregeln, körperliche Anforderungen und Stornobedingungen direkt beim Anbieter prüfen.
Für ältere Reisende oder Menschen mit eingeschränkter Mobilität ist Upper oft die naheliegendere Wahl, weil der Canyon selbst ebener zugänglich ist. Trotzdem können Transport im offenen Fahrzeug, sandiger Boden oder längeres Stehen eine Rolle spielen. Barrierefreiheit sollte man nie aus einem Foto ableiten. Ein schönes Bild sagt nichts über Leitern, Treppen, Hitze, Sand oder Wartezeiten.
Konkrete Entscheidung: Bei eingeschränkter Mobilität nicht nur die Strecke im Canyon prüfen. Auch Transport, Wartezeit, Sandboden und Einstieg gehören zur Bewertung.
Treppen und enge Zugänge sind bei der Auswahl einer Tour ebenso wichtig wie das spätere Fotomotiv.
Die beste Jahreszeit hängt davon ab, was man sucht. Wer Lichtstrahlen sehen möchte, landet oft bei Frühjahr bis Frühherbst und Tourzeiten um die Mittagszeit. Wer mildere Temperaturen, weniger harte Kontraste und etwas ruhigere Bedingungen bevorzugt, kann Randzeiten interessanter finden.
Wintertouren haben anderes Licht, weniger Hitze und manchmal tiefere Farben, aber nicht dieselbe Beam-Erwartung. Eine allgemein beste Zeit gibt es nicht. Es gibt nur die passende Zeit für den eigenen Schwerpunkt.
Auch der Preis funktioniert nicht wie ein normaler Nationalpark-Eintritt. Die Navajo Nation Parks & Recreation nennt eine Entry Fee pro Person, pro Location und pro Tag. Die Tourkosten kommen dazu. Manche Anbieter weisen die Navajo-Park-Gebühr separat aus, andere rechnen sie in den Gesamtpreis ein.
Deshalb sollte man nicht nur den ersten sichtbaren Ticketpreis vergleichen, sondern genau prüfen, was enthalten ist: Permit, Steuern, Gebühren, Transport, Treffpunkt, Stornierung, Dauer und Canyon-Abschnitt.
Der billigste Preis ist bei Antelope Canyon nicht automatisch der beste Vergleich. Upper zur Prime Time ist oft teurer als Randzeiten oder alternative Canyons. Lower kann körperlich spannender sein, Canyon X ruhiger, andere Slot Canyons intimer. Wer nur nach dem niedrigsten Preis filtert, vergleicht schnell völlig unterschiedliche Erlebnisse.
PreisvergleichGesamtpreis statt erster Ticketpreis
PrüfenGebühren, Transport, Dauer und Treffpunkt
Prime Timehäufig teurer und stärker nachgefragt
Konkrete Entscheidung: Touren nur vergleichen, wenn Canyon-Abschnitt, Uhrzeit, Leistungen und Gebühren tatsächlich vergleichbar sind.
Navajo Nation, Regeln und respektvoller Besuch
Auch Namen wie Secret Canyon oder Mystical Canyon tauchen in der Region auf. Das sind keine frei zugänglichen Geheimorte, sondern meist privat oder von bestimmten Anbietern geführte Slot-Canyon-Erlebnisse auf Navajo-Land oder im Umfeld.
Die Grundregel bleibt: keine eigene Erkundung ohne gültige Erlaubnis. Die Navajo Nation Parks & Recreation weist allgemein darauf hin, dass Bereiche der Navajo Nation für Nicht-Navajos geschlossen sind, sofern keine gültige Erlaubnis, kein Permit oder keine entsprechende Autorisierung vorliegt. Genau das gehört zu respektvoller Reiseplanung. Antelope Canyon ist nicht nur ein Naturmotiv. Er liegt in einem kulturellen und rechtlichen Raum, der anders funktioniert als ein westlicher US-Nationalpark.
Man bucht nicht nur Zugang zu einem Felsen. Man bewegt sich durch Land, das von Menschen verwaltet, geschützt und erklärt wird, deren Geschichte dort nicht touristische Dekoration ist.
Vielleicht liegt gerade darin der eigentliche Kern. Man darf hinein, aber nicht allein. Man sieht viel, aber nur begrenzt.
Man fotografiert, aber Guide, Tempo und Sicherheit bestimmen den Ablauf. Man steht in einer Landschaft, die uralt wirkt, und hängt gleichzeitig an einem festen Zeitfenster im Buchungssystem.
Das kann nerven. Es ist aber ehrlich. Ein Ort wie Antelope Canyon würde ohne Regeln nicht lange funktionieren.
Zu viele Füße, zu viele Kameras, zu viele Hände an den Wänden, zu viele spontane Besucher in einer engen Rinne. Schutz ist hier keine abstrakte Idee. Schutz bedeutet konkret: wie viele Menschen wann hinein dürfen und wann niemand hineingeht.
Für Kleidung gilt: sandtauglich statt elegant. Feste Schuhe mit gutem Halt, unempfindliche Kleidung, Sonnenbrille für draußen, Wasser vor und nach der Tour. Im Canyon selbst ist es oft schattiger, aber Wartebereich und Umgebung können heiß sein. Im Winter kann es kühl werden. Wer Page nur als Wüstenhitze abspeichert, packt schnell falsch.
Bei Wind sollte man Sand einplanen. Er kommt in Haare, Taschen, Kameras und Objektive. Kontaktlinsenträger können Probleme bekommen. Kameras und Smartphones sollten geschützt werden. Das klingt kleinlich, entscheidet aber vor Ort darüber, ob man entspannt bleibt oder nach zehn Minuten nur noch Staub aus Geräten wischt.
Drohnen sind für spontane Besucher kein Thema. Auf Navajo-Land und in geführten Canyonbereichen gelten eigene Regeln, und in engen Slot Canyons wäre Drohnenbetrieb ohnehin störend und riskant. Wer Luftaufnahmen möchte, muss sich an offiziell erlaubte Angebote außerhalb der Canyon-Tour halten und die zuständigen Regeln prüfen.
Auch Haustiere passen nicht in diese Tourlogik. Bei Canyon-Touren sind sie in der Regel kein praktisches Thema, und die Hitze rund um Page macht spontane Lösungen riskant. Wer mit Hund reist, sollte Antelope Canyon nicht als beiläufigen Zwischenstopp behandeln, sondern vorher klären, was während der Tour sicher und erlaubt ist.
Konkrete Entscheidung: Antelope Canyon als Besuch auf Navajo-Land verstehen. Nur ausgewiesene Touren, Wege und Anweisungen nutzen.
Antelope Canyon in eine Südwest-Route einbauen
Die unbequemere Wahrheit: Antelope Canyon ist nicht für jeden der beste Slot Canyon. Er ist der berühmteste. Das ist ein Unterschied.
Wer Menschenmengen schlecht verträgt, lange still fotografieren möchte oder feste Gruppen nicht mag, kann mit anderen geführten Slot Canyons in der Region glücklicher sein. Wer genau diesen Ort sehen will, sollte akzeptieren, dass Berühmtheit ihren Preis hat: Buchung, Kosten, Taktung, Gruppen und weniger Spontaneität.
Für viele bleibt trotzdem ein bestimmter Moment hängen. Nicht unbedingt der perfekte Lichtstrahl. Eher die Stelle, an der eine Wand plötzlich wie Wasser wirkt, obwohl sie Stein ist. Oder der Augenblick, in dem ein Guide kurz anhält und zeigt, wie eine unscheinbare Kurve auf dem Kamerabild wie ein Gesicht, ein Herz oder eine Flamme aussieht.
Man muss das nicht aufblasen. Der Canyon spielt mit Wahrnehmung. Das reicht.
Eine sinnvolle Reihenfolge für Erstbesucher ist simpel: Canyon-Abschnitt auswählen, offizielle Anbieter prüfen, Uhrzeit nach Licht und körperlicher Eignung wählen, Puffer in Page einplanen, Wetter ernst nehmen, danach Horseshoe Bend oder Lake Powell ergänzen. Nicht andersherum. Antelope Canyon ist der Fixpunkt, der Rest muss sich darum sortieren.
Wer von Süden kommt, kann Page gut mit Grand Canyon South Rim, Monument Valley oder Flagstaff verbinden. Wer von Westen kommt, kombiniert oft mit Zion, Bryce oder Kanab. Von Norden bieten sich Lake Powell, Glen Canyon oder Lees Ferry an. Aber die Distanzen bleiben westlich.
Ein Tag mit Antelope Canyon, Monument Valley, Grand Canyon und Bryce ist kein Reiseplan, sondern eine Erschöpfungsmaschine.
Antelope Canyon verlangt zwei Dinge gleichzeitig: Staunen und Disziplin. Man darf beeindruckt sein. Man sollte nur nicht vergessen, warum der Canyon so aussieht.
Wasser hat ihn geöffnet. Wasser kann ihn schließen. Licht macht ihn berühmt. Regeln halten ihn betretbar.
Wer das versteht, sieht mehr als rote Wände.
Wer Antelope Canyon in eine USA-Route einbauen möchte, plant am besten zuerst den festen Tourtermin und sortiert Page, Horseshoe Bend, Lake Powell und die Weiterfahrt danach.
Im Ratgeber findet man weitere Hinweise für Routen durch den Südwesten. Wer noch keinen Mietwagen in den USA hat, kann ihn
direkt hier buchen.
Konkrete Entscheidung: Tourtermin zuerst buchen. Danach Anreise, Horseshoe Bend, Lake Powell und Weiterfahrt mit realistischen Puffern darum aufbauen.
Liebe Grüße Sylvia Spleth | Spezialistin für USA-Mietwagen und Rundreisen seit über 30 Jahren