Giant Forest, General Sherman, Moro Rock, Crystal Cave, Feuerökologie und Mietwagenlogistik: Sequoia wirkt erst einmal unkompliziert. Genau darin liegt die Falle.
Im Giant Forest stehen Tausende Riesenmammutbäume. Der General Sherman Tree ist nur der bekannteste davon.
Viele reduzieren den Park auf einen Namen: General Sherman. Hinfahren, Baum anschauen, Foto machen, weiter. So funktioniert die schnelle Version.
Das Wichtigste in Kürze
Sequoia liegt nicht bequem an einer flachen Durchgangsstraße. Die Generals Highway ist kurvig, steil und langsam. Giant Forest und General Sherman liegen in deutlich höherer Lage als Three Rivers. Im Sommer helfen Shuttlebusse gegen Parkplatzprobleme. In Randmonaten können Schneeketten vorgeschrieben sein, obwohl der Mietvertrag ihre Nutzung möglicherweise einschränkt. Crystal Cave benötigt ein Zeitfenster und eine separate Planung. Schwarzbären machen die korrekte Lagerung sämtlicher geruchsintensiver Gegenstände erforderlich.
Im Park selbst merkt man schnell, dass diese Rechnung zu kurz ist. Sequoia liegt nicht bequem und flach neben einer Durchgangsstraße. Der Park zieht sich von den warmen Foothills der Sierra Nevada hinauf in kühlere Waldzonen, zu Granitkuppen, kurvigen Straßen und Höhenlagen, die man bei der Planung leicht unterschätzt. Der National Park Service führt Sequoia als zweitältesten Nationalpark der USA. Gegründet wurde er am 25. September 1890. Besonders daran: Er war der erste US-Nationalpark, der ausdrücklich zum Schutz eines lebenden Organismus eingerichtet wurde, der Riesenmammutbäume.
Das ist der eigentliche Kern. Sequoia entstand nicht, weil man eine schöne Landschaft bewahren wollte. Der Park entstand, weil diese Bäume bereits gefährdet waren. Holzfällerei war kein theoretisches Risiko. Die alten Sequoia-Haine waren ein begrenzter Lebensraum an wenigen Standorten der westlichen Sierra Nevada. Wer den Park nur als Fotokulisse sieht, verpasst genau diesen Zusammenhang.
Gründung25. September 1890
Historische BesonderheitSchutz eines lebenden Organismus
Geschütztes ÖkosystemSequoia-Haine der westlichen Sierra Nevada
Häufigster Denkfehlerden Park auf General Sherman reduzieren
Konkrete Entscheidung: Nicht nur einen Fotostopp am General Sherman einplanen. Mindestens einen Weg einbauen, der die Ökologie des Giant Forest zeigt.
General Sherman und der Giant Forest
Der berühmteste Baum steht im Giant Forest: der General Sherman Tree. Er gilt nach Volumen als größter lebender einstämmiger Baum der Erde. Nicht als höchster Baum. Nicht als ältester. Nicht als dickster an jeder Stelle. Entscheidend ist das gesamte Holzvolumen. Diese Unterscheidung geht in vielen Reiseberichten unter.
Im Sommer erreicht man den General Sherman über einen befestigten Weg von etwa 0,8 Kilometern Länge. Der Weg ist nicht lang, hat aber Stufen und Höhenunterschied. Der Rückweg fühlt sich wegen der Höhenlage oft spürbar anders an als der Hinweg.
Der Giant Forest ist aber nicht nur der Bereich rund um General Sherman. Dort stehen Tausende Riesenmammutbäume. Trotzdem ist dieser Wald kein Freilichtmuseum. Er ist ein lebendes System, und dieses System braucht Feuer.
Der Weg ist kurz, aber nicht flach: Höhenlage, Stufen und der Rückweg zum Parkplatz werden nach langer Autofahrt leicht unterschätzt.
Konkrete Entscheidung: General Sherman nicht als schnellen Stopp zwischen zwei langen Fahretappen behandeln. Zeit für Parkplatz, Weg und Höhenlage einplanen.
Warum Riesenmammutbäume Feuer brauchen
Bei Giant Sequoias helfen regelmäßige Feuer dabei, Samen freizusetzen, mineralischen Boden freizulegen und Licht auf den Waldboden zu bringen. Ohne diese Lücken wachsen junge Sequoias schlechter nach. Genau das ist eine der unbequemen Wahrheiten dieses Parks: Zu viel Feuer zerstört. Zu wenig Feuer schadet ebenfalls.
Für viele klingt das erst einmal falsch. Der Baum, den man schützen will, braucht Feuer.
Der Haken dabei: Feuer ist nicht gleich Feuer. Historisch brannten viele Feuer eher bodennah. Sie räumten Nadeln, Äste und konkurrierende Jungpflanzen weg, ohne den gesamten Wald zu vernichten. Nach Jahrzehnten der Feuerunterdrückung sammelt sich jedoch Brennmaterial an. Dann können Brände heißer, schneller und schwerer kontrollierbar werden. Der NPS beschreibt selbst, dass die Sequoia-Verjüngung in lange nicht gebrannten Groves massiv ausbleiben kann. In manchen Bereichen sind selbst die jüngsten Bäume schon über hundert Jahre alt.
Für die Reiseplanung hat das direkte Folgen. Rauch, Straßensperrungen und kontrollierte Feuer gehören im Westen der USA inzwischen zur Realität. Wer Sequoia besucht, sollte nicht nur Temperaturen und Sonnenstunden prüfen, sondern die aktuellen Parkbedingungen. Der NPS informiert regelmäßig über saisonale Sperrungen, Winterzustände, Baustellen und kurzfristige Einschränkungen. Viele Bereiche sind im Winter geschlossen oder nur eingeschränkt erreichbar. Die aktuellen Straßeninfos laufen über die offizielle Parkseite und die 24-Stunden-Telefonansage.
Konkrete Entscheidung: Vor der Anfahrt neben Wetter und Temperatur auch Rauchentwicklung, kontrollierte Feuer und aktuelle Straßensperrungen prüfen.
Umgestürzte Bäume, Brandnarben und junge Vegetation gehören zum natürlichen Waldsystem.
Die wichtigste Straße durch den Park ist die Generals Highway. Auf der Karte wirkt sie harmlos. In der Praxis ist sie steil, kurvig und langsam. Zwischen Three Rivers, den Foothills, dem Giant Forest und der Verbindung Richtung Kings Canyon fährt man keine normalen Autobahnkilometer. Wer mit einem großen Wohnmobil oder einem ungewohnten Mietwagen unterwegs ist, sollte die Fahrzeiten nicht nach optimistischen Routenplanern kalkulieren.
Gerade auf dem Weg hinauf zum Giant Forest entscheiden nicht nur Kilometer. Entscheidend sind Kurven, Verkehr, Temperatur, Baustellen, Höhenlage und manchmal schlicht das langsame Fahrzeug vor einem. Im Winter und Frühjahr kommt ein Punkt dazu, den viele überlesen: Schneeketten können vorgeschrieben sein. Der NPS weist darauf hin, dass Ketten auf Parkstraßen erforderlich sein können, sobald Schnee fällt, meist vom späten Herbst bis ins Frühjahr. Die Vorgaben können sich im Tagesverlauf ändern. Für Mietwagenkunden ist das heikel, weil viele Vermieter die Nutzung von Schneeketten einschränken oder verbieten. Genau hier muss vor der Fahrt geprüft werden, was der Mietvertrag erlaubt und was die Parklage verlangt.
Im Sommer wird der Park nicht automatisch unkompliziert. Zwischen Mai und September ist Sequoia oft voll, besonders an Wochenenden, Feiertagen und rund um den Giant Forest. Der Sequoia Shuttle ist dann nicht nur ein netter Zusatz, sondern häufig die entspanntere Lösung zwischen wichtigen Punkten. Für den Sommer 2026 nennt der NPS einen kostenlosen Shuttle-Service vom 22. Mai bis 7. September. Wer in dieser Zeit fährt, sollte Parken und Shuttle gemeinsam planen.
Zentrale StraßeGenerals Highway
Fahrcharaktersteil, kurvig und langsam
RandmonateSchneeketten können vorgeschrieben sein
SommerParken und Shuttle zusammen planen
Konkrete Entscheidung: Fahrzeiten nicht nach Autobahnkilometern kalkulieren. Bei Schnee zuerst Parkvorgabe und anschließend Mietvertrag prüfen.
Moro Rock, Tunnel Log und Crescent Meadow
Moro Rock zeigt eine ganz andere Seite des Parks. Der Granitdom liegt nicht weit vom Giant Forest entfernt, fühlt sich aber völlig anders an. Weniger Wald, mehr Fels, mehr Blick in die Sierra Nevada. Der Aufstieg führt über eine Treppe mit mehreren Hundert Stufen und Geländern. Kurz, ja. Beiläufig, nein.
Wer Höhenprobleme, Kniebeschwerden oder wenig Kondition hat, sollte Moro Rock nicht als Spaziergang einstufen. Bei Schnee wird die Moro Rock/Crescent Meadow Road geschlossen; die Treppe selbst kann wegen Eis und Gefahr ebenfalls gesperrt sein.
Tunnel Log ist dagegen ein Punkt, der auf Fotos oft größer wirkt, als er vor Ort ist. Es handelt sich um einen umgestürzten Sequoia-Stamm, durch den eine Durchfahrt geschnitten wurde. Historisch interessant, schnell fotografiert, aber kein Grund, den ganzen Tag darum herumzubauen. Der bekannte Mythos vom Tunnelbaum wird ohnehin oft durcheinandergeworfen, weil es in Kalifornien mehrere Mammutbaum-Orte mit Autotunneln gab oder gibt. Im Sequoia Nationalpark ist Tunnel Log ein kurzer Stopp an der Crescent Meadow Road.
Crescent Meadow lohnt sich für den langsameren Blick. Die Wiese liegt am Rand des Giant Forest und zeigt, dass der Park nicht nur aus Baumriesen besteht. Offene Flächen, Waldränder, feuchte Böden, Lichtwechsel, Wildtiere. Hier erkennt man besser, wie kleinteilig dieser Wald aufgebaut ist. Ein Weg durch diese Zone wirkt auf dem Papier weniger spektakulär als ein Aussichtspunkt, erzählt aber oft mehr über den Park.
Der Big Trees Trail am Giant Forest Museum ist für viele Erstbesucher sogar der bessere Einstieg als der direkte Gang zum General Sherman. Der Rundweg führt um Round Meadow und erklärt die Ökologie der Sequoias verständlicher als ein schneller Fotostopp. Auf kurzer Strecke sieht man, wie Wiese, Feuer, Boden, Licht und Baumwachstum zusammenhängen.
Das Giant Forest Museum liegt dafür strategisch günstig: nahe an den Sequoia-Groves, an Shuttle-Routen und an mehreren kurzen Wegen. Der NPS führt es als Besucherzentrum am Mile 16 der Generals Highway. Für den ersten Überblick ist es oft sinnvoller, dort zu starten, statt hektisch von Parkplatz zu Parkplatz zu springen.
Konkrete Entscheidung: Giant Forest Museum als Orientierungspunkt nutzen. Moro Rock nach Kondition und Wetter entscheiden, Tunnel Log nur als kurzen Zusatzstopp behandeln.
Tunnel Log ist ein kurzer Fotostopp. Die Waldökologie wird auf Wegen wie Big Trees Trail oder Crescent Meadow deutlicher.
Crystal Cave ist ein eigener Fall. Viele planen Sequoia als Baumpark und übersehen, dass unter der Erde eine Marmorhöhle liegt. Für 2026 nennt der NPS wieder geführte Touren durch Crystal Cave, weist aber zugleich auf Bauarbeiten an der Crystal Cave Road in Teilen der Sommersaison hin. Wer die Höhle einplant, braucht also Zeit bis zum Trailhead und sollte Tickets nicht als spontane Vor-Ort-Entscheidung behandeln.
Die Höhle liegt nicht direkt neben dem Parkplatz wie ein klimatisierter Showroom. Die Sequoia Parks Conservancy beschreibt den Zugang als etwa eine halbe Meile hin und zurück, mit steilem Gelände und Stufen. In der Höhle ist es kalt, feucht und dunkel, ungefähr 50 °F. Mit Sandalen, dünner Kleidung oder knappem Zeitfenster macht man sich den Besuch unnötig schwer.
Ein Punkt wird in Reiseplanungen oft unsauber vermischt: Sequoia Nationalpark und Kings Canyon Nationalpark werden gemeinsam verwaltet, sind aber nicht dasselbe Erlebnis. Viele packen beide Parks in einen Tag, weil sie nebeneinander auf der Karte liegen. Das kann funktionieren, wenn man nur Giant Forest und Grant Grove kurz ankratzt. Es funktioniert schlecht, wenn Moro Rock, Crystal Cave, Wanderungen, Fotostopps und Cedar Grove ebenfalls auf der Liste stehen.
Grant Grove liegt bereits im Kings Canyon Nationalpark. Der General Grant Tree steht dort, nicht im Giant Forest. Wer also die beiden „Generals“ sehen möchte, fährt zwischen zwei getrennten Grove-Bereichen. Das ist machbar, aber kein schneller Wechsel von einem Parkplatz zum nächsten.
Planungsfalle: General Sherman und General Grant stehen nicht im selben Grove und nicht im selben Nationalparkbereich.
Konkrete Entscheidung: Crystal Cave nur mit Ticket, Zeitfenster und zusätzlicher Anfahrt planen. Sequoia und Kings Canyon nicht automatisch als einen kompakten Tagespark behandeln.
Klimazonen, Bärenregeln und Eintritt
Sequoia hat mehrere Klimazonen. Unten bei Three Rivers und in den Foothills kann es heiß und trocken sein. Oben im Giant Forest ist es oft deutlich kühler. Später am Tag können Gewitter, Rauch oder Temperaturwechsel anders wirken als morgens. Darum sehen Packlisten für Sequoia manchmal widersprüchlich aus: Wasser und Sonnenschutz für unten, Jacke für oben, feste Schuhe für kurze Wege, in Randmonaten möglicherweise sogar Schneethemen. Das ist keine übertriebene Outdoor-Gründlichkeit, sondern normale Sierra-Logik.
Auch bei Tieren sollte man nüchtern bleiben. Schwarzbären sind keine Attraktion zum Anfüttern. Lebensmittel und geruchsintensive Dinge müssen korrekt gelagert werden. In vielen Bereichen stehen Metallboxen. Der NPS nennt für viele Boxen Maße von etwa 47 Zoll Länge, 33 Zoll Tiefe und 28 Zoll Höhe. Für Roadtrips mit Kühlbox, Snacks, Kosmetik, Babyartikeln oder Reiseproviant ist das relevant. Sogar Kindersitze sollen nachts aus geparkten Fahrzeugen entfernt werden, weil Gerüche Bären anziehen können.
Das wird oft unterschätzt, weil „food storage“ nach Campingregel klingt. Es betrifft aber auch Tagesbesucher. Ein Bär unterscheidet nicht zwischen Picknick, Müsliriegel, Lippenpflege oder leerer Verpackung mit Restgeruch. Wenn ein Bär lernt, Autos oder Menschen mit Futter zu verbinden, wird es am Ende vor allem für das Tier gefährlich.
Bei Eintritt und Gebühren lohnt 2026 ein genauer Blick. Der NPS nennt für Sequoia & Kings Canyon Standard-Eintrittspässe im Bereich von 20 bis 35 US-Dollar. Auf derselben offiziellen Gebührenseite steht auch, dass Nicht-US-Einwohner ab 16 Jahren eine zusätzliche Gebühr von 100 US-Dollar pro Person zahlen müssen, sofern sie nicht mit einem Annual Pass oder America the Beautiful Pass eingelassen werden. Für internationale Reisende ist das kein Randdetail, sondern ein echter Kostenpunkt.
Wer mehrere Nationalparks auf einer Rundreise besucht, sollte das nicht isoliert betrachten. Bei Kombinationen mit Yosemite, Death Valley, Zion, Bryce Canyon, Grand Canyon oder Kings Canyon kann die Passfrage schnell wichtiger werden als die einzelne Tagesgebühr. Vor der Reise sollte klar sein, welche Passvariante gilt, wer eingeschlossen ist und welche Regeln für Nicht-US-Residenten zum Reisezeitpunkt tatsächlich angewendet werden.
Mit Hund wird Sequoia ebenfalls komplizierter, als viele denken. Wie in vielen Nationalparks sind Haustiere auf vielen Trails nicht erlaubt. Wer mit Hund reist, muss die Route anders planen und darf nicht davon ausgehen, dass jeder Waldweg automatisch erlaubt ist. Hitze, Bärenmanagement und Shuttle-Nutzung machen das zusätzlich anspruchsvoll.
Konkrete Entscheidung: Sämtliche Lebensmittel und geruchsintensiven Gegenstände als Bären-Thema behandeln. Eintritts- und Passregeln vor Reisebeginn prüfen.
Straßenbau, Buffalo Soldiers und Parkgeschichte
Für klassische Erstbesucher ist eine klare Reihenfolge besser als eine überladene Wunschliste. Früh in den Park fahren, Giant Forest Museum zur Orientierung, Big Trees Trail oder General Sherman, danach je nach Kondition Moro Rock oder Crescent Meadow. Crystal Cave nur, wenn Tourzeit, Ticket und Anfahrt zusammenpassen. Wer anschließend noch Kings Canyon anhängen will, sollte akzeptieren, dass daraus ein langer Tag wird.
Ein häufiger Fehler ist eine Unterkunft zu weit draußen. Visalia, Three Rivers, Fresno oder andere Orte können sinnvoll sein. Trotzdem zählt die Fahrzeit morgens doppelt: erst bis zum Parkeingang, dann weiter hinauf in die eigentlichen Parkbereiche. Wer in Three Rivers schläft, ist noch nicht im Giant Forest. Wer in Fresno schläft, hat deutlich mehr Anfahrt. Auf der Karte wirkt das sauber. Vor Ort kostet es Tageslicht.
Auch die Höhe wird gern unterschätzt. Sequoia ist kein Küstenwald. Der Giant Forest liegt hoch genug, dass man bei kurzen Anstiegen schneller außer Atem kommt, besonders nach langer Autofahrt, wenig Schlaf oder Hitze am Vortag. Man braucht dafür kein Hochgebirgstraining. Aber man sollte die ersten Wege nicht so planen, als wäre jeder Kilometer ein Stadtspaziergang.
Die Geschichte des Parks hat eine weitere Ebene, die in schnellen Texten selten auftaucht. Frühe Straßen, Lodges und Besuchereinrichtungen wurden später selbst zum Problem, weil sie mitten in empfindlichen Groves lagen. Der NPS beschreibt, dass bereits 1926 menschliche Einflüsse im Giant Forest deutlich erkannt wurden. Superintendent Colonel John White regte 1927 an, Lodge-Kabinen aus dem Grove zu entfernen. Sequoia zeigt damit auch, wie Nationalparks lernen mussten, Besucherzugang und Schutz neu auszubalancieren.
Die Generals Highway erzählt diese Entwicklung auf Asphalt. Die frühe Colony Mill Road öffnete den Park ab 1903 für Besucher, war nach heutigem Maßstab aber rau, unbequem und riskant. Später verband die Generals Highway Sequoia und Kings Canyon stärker miteinander. Wer heute bequem mit dem Mietwagen fährt, nutzt eine Infrastruktur, die über Jahrzehnte aus schwieriger Parkentwicklung entstanden ist.
Selten erwähnt wird auch die Rolle der Buffalo Soldiers in der frühen Verwaltung von Sequoia und Kings Canyon. Der NPS ordnet ihnen eine wichtige Funktion bei der frühen Betreuung und Sicherung der Parks zu. Das ist kein bloßer historischer Nebensatz. Nationalparkgeschichte besteht nicht nur aus Natur, Präsidenten und Aussichtspunkten. Sie besteht auch aus Menschen, die Wege kontrollierten, Wilderei eindämmten, Regeln durchsetzten und Schutz im Alltag möglich machten.
Konkrete Entscheidung: Unterkunft nicht nur nach Entfernung zum Parkeingang auswählen. Entscheidend ist die Fahrzeit bis zum Giant Forest.
Die Dimensionen der Bäume lassen sich auf Fotos oft nur mit Maßstab, Details oder bewusst gewählter Perspektive vermitteln.
Wer fotografiert, sollte Sequoia anders denken als rote Wüstenparks. Die Bäume sind so groß, dass normale Perspektiven oft scheitern. Ein Mensch am Stamm zeigt zwar Maßstab, aber nicht automatisch Atmosphäre. Häufig funktionieren Details besser: faserige Rinde, Brandnarben, Licht am Waldboden, junge Tannen neben alten Sequoias. Sonst sehen die größten Bäume auf Fotos schnell aus wie braune Wände.
Beim Wandern ist weniger oft mehr. Sequoia belohnt keine hektische Sammlung von Stopps. Zwei kurze Wege mit Zeit sind sinnvoller als fünf Punkte mit Parkplatzsuche. Je nach Saison und Verfügbarkeit eignen sich Big Trees Trail, General Sherman Trail, Congress Trail, Crescent Meadow mit Tharp’s Log und Moro Rock. Wer mehr einplant, muss Wetter, Höhenlage, Tageslicht, Shuttlezeiten und Rückweg ernst nehmen.
Tharp’s Log erzählt mehr als mancher Aussichtspunkt. Hale Tharp nutzte im 19. Jahrhundert einen ausgehöhlten, gefallenen Sequoia-Stamm als einfache Unterkunft. Heute wirkt das fast unwirklich. Gleichzeitig zeigt es den damaligen Umgang mit Landschaft: nutzen, staunen, aneignen, später schützen. Genau diese Spannung macht Sequoia interessanter als reine Baumverehrung.
Wichtig ist auch die Unterscheidung zwischen Riesenmammutbäumen und Küstenmammutbäumen. Giant Sequoias wachsen in der Sierra Nevada und erreichen enorme Stammvolumen. Coast Redwoods wachsen an der kalifornischen Küste und sind die höchsten Bäume der Erde. Im Alltag wird oft alles unter „Redwoods“ zusammengeworfen. Für die Reiseplanung ist der Unterschied entscheidend: Sequoia Nationalpark ist nicht Redwood National Park. Zwischen beiden liegen viele Autostunden.
Die beste Reisezeit hängt davon ab, was man vorhat. Der Sommer bringt meist die meisten offenen Straßen, Shuttle-Betrieb und bessere Chancen auf Crystal Cave. Er bringt aber auch volle Parkplätze, Besucherandrang und Hitze in den Foothills. Im Frühjahr kann unten Blüte und oben Schnee liegen. Der Herbst ist oft ruhiger, kann aber Wetterumschwünge und frühe Schneethemen bringen. Der Winter kann stark wirken, ist aber logistisch eine andere Reise mit Kettenpflicht, Sperrungen und eingeschränkten Angeboten.
Für Wohnmobilreisende zählt in Sequoia die Fahrzeuggröße wirklich. Kurven, Steigungen und enge Parkplätze können anstrengend werden. Manche Straßenabschnitte sind für lange Fahrzeuge ungeeignet oder nur eingeschränkt sinnvoll. Das sollte vorab über die offiziellen Straßeninformationen geprüft werden, nicht erst im Anstieg.
Wer Sequoia in eine Kalifornien-Rundreise einbaut, sollte den Park nicht als schnellen Zwischenstopp zwischen Yosemite und Los Angeles behandeln. Theoretisch geht das. Praktisch wird daraus oft ein langer Fahrtag mit müdem Foto am General Sherman. Besser ist mindestens eine Übernachtung in sinnvoller Nähe. Bei Crystal Cave oder ernsthaftem Kings Canyon eher zwei.
Der Park ist groß genug, um Planungsfehler zu kaschieren. Man sieht trotzdem einen riesigen Baum und fährt weiter. Genau das macht ihn tückisch. Gute Planung liefert hier nicht mehr Drama, sondern weniger Reibung: weniger Parkplatzstress, weniger falsche Kleidung, weniger unterschätzte Wege, weniger unnötige Fahrerei.
Wer nur General Sherman abhakt, hat Sequoia gesehen. Aber nicht verstanden. Der Park beginnt dort, wo man die Bäume nicht mehr als Einzelobjekte betrachtet, sondern als Teil eines Waldes, der Feuer, Höhe, Wasser, Geduld und klare Regeln braucht.
Wer Sequoia auf eigene Faust erkunden möchte, plant am besten mit Zeit, passenden Tagesetappen und einem gut passenden Fahrzeug.
Im Ratgeber findet man weitere Routen durch den Westen. Wer noch keinen Mietwagen in den USA hat, kann ihn
direkt hier buchen.
Konkrete Entscheidung: Mindestens eine Übernachtung in sinnvoller Nähe einplanen. Bei Crystal Cave oder einer ernsthaften Kombination mit Kings Canyon eher zwei.
Liebe Grüße Sylvia Spleth | Spezialistin für USA-Mietwagen und Rundreisen seit über 30 Jahren