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Maut USA Mietwagen

Florida-Roadtrip geplant. Maut nicht geprüft. Was TollPass, Toll-by-Plate, Visitor Toll Pass, E-ZPass und FasTrak tatsächlich kosten können.

Wer mit einem USA-Mietwagen eine elektronische Mautstraße nutzt, ohne vorher die Abrechnung zu klären, zahlt häufig mehr als nötig. Nicht wegen einer versteckten Falle, sondern weil Mauttarif und Vermieter-Servicegebühr getrennt berechnet werden.

Das Wichtigste in Kürze Wer in den USA mit dem Mietwagen eine Mautstraße passiert, ohne die eigenen Optionen zu kennen, zahlt häufig mehr als nötig. Das System besteht aus tatsächlicher Maut, möglichen Toll-by-Plate-Aufschlägen und Servicegebühren des Vermieters. Besonders in Florida sollte vor der ersten Fahrt feststehen, ob der Visitor Toll Pass, das Vermieterprogramm oder eine andere Zahlungsweise genutzt wird.

Inhaltsverzeichnis

Alle Kapitel anzeigen
  1. Wie Maut in den USA funktioniert
  2. Was der Vermieter berechnet
  3. Die drei Abrechnungsszenarien
  4. Florida und seine Besonderheiten
  5. Visitor Toll Pass Orlando
  6. E-ZPass im Nordosten
  7. FasTrak in Kalifornien
  8. Was vor der Buchung zu tun ist

Wie Maut in den USA grundsätzlich funktioniert

Die USA stellen ihr Mautsystem seit Jahren auf vollständig elektronische Erfassung um. Mautkabinen mit Bargeldoption verschwinden auf vielen Strecken. An ihre Stelle treten Erfassungsbrücken mit Kameras und elektronischen Sensoren, die Fahrzeuge während der Fahrt identifizieren.

Für Mietwagenfahrer bedeutet das: Auf vielen Straßen gibt es keine Möglichkeit mehr, an einer Mautstelle anzuhalten und bar zu bezahlen. Wer keinen akzeptierten Transponder verwendet, wird häufig über das Kennzeichen erfasst. Dieses Verfahren wird als Toll-by-Plate bezeichnet.

Florida verfügt über ein besonders dichtes Netz aus mautpflichtigen Straßen, Express Lanes und Brücken. Der Florida Turnpike und zahlreiche wichtige Strecken rund um Orlando und Miami arbeiten auf weiten Teilen elektronisch. Ähnliche Systeme gibt es in Texas, im Nordosten und in Kalifornien.

Elektronischer Transponder Maut wird direkt erkannt und abgerechnet
Toll-by-Plate Abrechnung über das Fahrzeugkennzeichen
Mietwagen Zuordnung über Vermieter und Mietvertrag
Zusatzkosten Service- oder Verwaltungsgebühr möglich
Konkrete Entscheidung: Mautstraßen lassen sich auf vielen sinnvollen USA-Routen nicht vollständig vermeiden. Entscheidend ist deshalb nicht nur, ob Maut anfällt, sondern über welches System sie abgerechnet wird.

Was der Vermieter berechnet und warum

Mietwagenunternehmen lösen die elektronische Mautabrechnung durch eigene Programme. Diese Systeme sind bequem, weil der Kunde keinen eigenen Transponder benötigt und die Maut später über die hinterlegte Kreditkarte abgerechnet wird.

Bei Alamo funktioniert TollPass in vielen US-Bundesstaaten nicht zwingend wie ein klassisches Zusatzpaket, das separat am Schalter ausgewählt wird. Wird mit dem Fahrzeug eine abgedeckte Mautstraße genutzt, ohne die Maut anderweitig korrekt zu bezahlen, kann die Abrechnung automatisch über das TollPass-System erfolgen.

Die Zustimmung und die möglichen Gebühren ergeben sich aus den jeweiligen Miet- und Mautbedingungen. Deshalb sollte nicht allein darauf vertraut werden, dass am Schalter ausdrücklich nach TollPass gefragt wird.

TollPass Convenience Charge 4,95 USD pro Nutzungstag
Maximum pro Mietdauer 34,65 USD
Zusätzlich tatsächliche Mautgebühren
Südkalifornien regional abweichende Gebühren möglich
Sonderprogramme standortabhängige Tagespauschalen möglich

Wer an sieben verschiedenen Tagen mindestens eine Mautstraße nutzt, erreicht bei einer Tagesgebühr von 4,95 USD bereits die Obergrenze von 34,65 USD. Die eigentlichen Mautbeträge kommen hinzu.

An Tagen ohne registrierte Mautnutzung fällt bei diesem Modell grundsätzlich keine entsprechende Nutzungstagsgebühr an. Das unterscheidet es von Angeboten, die eine Pauschale für die gesamte Mietdauer berechnen.

Konkrete Entscheidung: Vermieterprogramme sind bequem und für kurze Reisen oder einzelne Mautpassagen oft vertretbar. Bei täglicher Nutzung summieren sich die zusätzlichen Servicegebühren jedoch schnell bis zur vereinbarten Obergrenze.

Die drei Szenarien und was sie kosten

Für einen typischen Florida-Roadtrip ab Orlando International Airport kommen drei grundsätzliche Abrechnungswege infrage.

1. Automatische Vermieterabrechnung

Keine eigene Zahlungsweise wird eingerichtet. Die erste erfasste Mautpassage löst die Abrechnung über das Vermietersystem aus. Zur Maut kommen die vertraglich vorgesehenen Servicegebühren.

2. Vermieterprogramm bewusst nutzen

Vor der Fahrt wird geklärt, dass TollPass oder das jeweilige Vermieterprogramm verwendet wird. Das ist bequem, die Servicegebühren bleiben aber Bestandteil der Abrechnung.

Der Preisunterschied kann an zwei Stellen entstehen: durch die Servicegebühr des Vermieters und durch einen höheren Kennzeichen- beziehungsweise Toll-by-Plate-Tarif gegenüber einem elektronischen Transpondertarif.
Konkrete Entscheidung: Bei einem geeigneten Roundtrip ab Orlando MCO sollte der Visitor Toll Pass vor der Reise geprüft werden. Bei anderen Abholorten muss geklärt werden, ob Vermieterprogramm, eigener Transponder oder eine direkte Zahlung sinnvoller ist.

Florida: Warum dieser Bundesstaat besonders relevant ist

Florida gehört zu den wichtigsten Mietwagenmärkten deutschsprachiger USA-Reisender. Zwischen Orlando, Miami, Fort Lauderdale, Tampa, den Keys und zahlreichen Küstenorten führen viele sinnvolle Routen über mautpflichtige Straßen.

Gerade in den Ballungsräumen gibt es Strecken ohne einfache Bargeldalternative. Wer dort ohne vorher festgelegte Zahlungsweise fährt, landet häufig automatisch in der Kennzeichen- oder Vermieterabrechnung.

Bei tagesabhängigen Servicegebühren kann eine Mitternachtsgrenze eine Rolle spielen. Erfolgen zwei Mautpassagen kurz vor und kurz nach Mitternacht, können sie zwei unterschiedlichen Nutzungstagen zugeordnet werden.

Bei der Alligator Alley sollte nicht pauschal davon ausgegangen werden, dass jede Passage automatisch wie eine normale Toll-by-Plate-Strecke behandelt wird. Entscheidend ist, welche Zahlungswege auf der konkreten Strecke akzeptiert werden und wie das Vermieterprogramm für dieses Fahrzeug eingerichtet ist.

Konkrete Entscheidung: Bei Orlando-Roundtrips den Visitor Toll Pass prüfen. Bei Abholung in Miami, Tampa oder Fort Lauderdale vor der ersten Fahrt klären, welches Vermieterprogramm gilt und welche Tages- sowie Maximalgebühren berechnet werden.
Elektronische Mautstation für E-ZPass in den USA

Tarifbedingungen und Mautregelung vor der Reise prüfen.

Der Visitor Toll Pass Orlando: die Lösung, die kaum jemand kennt

Der Visitor Toll Pass ist ein temporäres Mautgerät für geeignete Mietwagenkunden, die über den Orlando International Airport reisen. Das Programm wird von der Central Florida Expressway Authority betrieben und ist kein Produkt eines Mietwagenunternehmens.

Mit dem Visitor Toll Pass werden Mautpassagen direkt über das Besucherprogramm abgerechnet. Die zusätzlichen Convenience Charges des Vermieters entfallen, sofern das Programm korrekt eingerichtet und verwendet wird.

So funktioniert das Programm

  • Visitor-Toll-Pass-App vor der Reise installieren.
  • Reise und Mietwagen in der App registrieren.
  • Pass am Orlando International Airport abholen.
  • Gerät nach Anleitung am Rückspiegel beziehungsweise im Fahrzeug anbringen.
  • Mautvorgänge während der Reise über die App kontrollieren.
  • Pass bei der Rückkehr am Orlando Airport zurückgeben.
Reservierung kostenlos
Startbetrag 10 USD
Nicht verbrauchter Betrag wird nach Abrechnung erstattet
Vermieter-Servicegebühr keine bei korrekter Nutzung
Voraussetzung geeigneter MCO-Roundtrip

Das Programm ist für Reisen gedacht, bei denen der Mietwagen am Orlando International Airport übernommen und dort wieder zurückgegeben wird. Bei einer Einwegmiete von Orlando nach Miami oder zu einem anderen Rückgabeort kann diese Lösung nicht in derselben Form genutzt werden.

Konkrete Entscheidung: App vor der Abreise installieren, Pass reservieren, am Flughafen abholen und bei der Rückreise zurückgeben. Bei einem passenden Orlando-Roundtrip entfällt damit die zusätzliche Maut-Servicegebühr des Vermieters.

Nordosten: E-ZPass und was dort gilt

Im Nordosten der USA ist E-ZPass das dominierende elektronische Mautsystem. Es wird unter anderem in New York, New Jersey, Pennsylvania, Massachusetts, Maryland und weiteren Staaten verwendet.

Die Vermieter-Mautprogramme von Alamo, Enterprise und National können auch Mautpassagen in dieser Region abdecken. Die genaue Abdeckung, die Servicegebühr und mögliche Sonderregelungen hängen vom Vertrag und vom Abholstandort ab.

Bei einer längeren Rundreise durch mehrere E-ZPass-Staaten kann ein eigener Transponder wirtschaftlich werden. Vor dem Kauf muss jedoch geprüft werden, ob ein ausländischer Reisender das jeweilige Produkt problemlos erwerben und das Mietwagenkennzeichen korrekt registrieren kann.

Für einen kurzen Aufenthalt in New York oder eine einzelne Mautpassage ist das Vermieterprogramm meist die einfachere Lösung. Bei einer mehrwöchigen Reise mit täglicher Mautnutzung kann sich der Aufwand eines eigenen Transponders eher rechnen.

Für Fahrten nach Manhattan können weitere Gebühren anfallen. Solche Zonenmauten werden je nach Fahrzeug, Uhrzeit und Zahlungsweg separat erfasst und über das eingerichtete Mautsystem abgerechnet.

Konkrete Entscheidung: Bei normalen Städtereisen das Vermieterprogramm als bequeme Standardlösung prüfen. Bei längeren Nordost-Rundreisen vor Ort klären, ob ein eigener E-ZPass günstiger und mit dem Mietwagenvertrag vereinbar ist.
Elektronisch bemautete Brücke in Kalifornien

Kalifornien: FasTrak und die Golden Gate Bridge

In Kalifornien ist FasTrak das wichtigste elektronische Mautsystem. In der San Francisco Bay Area werden Brückenmauten und Express-Lane-Gebühren elektronisch erfasst.

Bei der Golden Gate Bridge wird die Maut nur in Fahrtrichtung Süden nach San Francisco erhoben. Eine Barzahlung an der Brücke ist nicht vorgesehen. Mietwagenfahrer können je nach Zeitpunkt und Fahrzeug die Maut selbst vorab oder innerhalb des vorgesehenen Zahlungszeitraums begleichen.

Wird die Maut nicht selbst korrekt bezahlt, kann die Abrechnung über das Mautprogramm des Vermieters erfolgen. Dabei kommen zur eigentlichen Brückenmaut mögliche Servicegebühren hinzu.

In Südkalifornien decken Vermieterprogramme nicht zwangsläufig jede Express Lane ab. Bestimmte Toll Roads und Express Lanes werden von unterschiedlichen Betreibern verwaltet und können eigene Registrierungsvorgaben besitzen.

Wichtig für Kalifornien: Nicht jede Express Lane ist automatisch im Mautprogramm des Vermieters enthalten. Vor der Nutzung muss geprüft werden, ob die konkrete Straße abgedeckt ist oder eine separate FasTrak-Zahlungsweise verlangt.
Konkrete Entscheidung: Bei der Golden Gate Bridge die Möglichkeit zur eigenen fristgerechten Zahlung prüfen. In Südkalifornien vor der Fahrt kontrollieren, ob die geplante Express Lane im Vermieterprogramm enthalten ist.

Was konkret zu tun ist – vor der Buchung

Route auf mögliche Mautstraßen prüfen.
Vor der Reise lohnt sich ein erster Blick auf die geplante Route. Navigationsdienste zeigen häufig Mauthinweise, ersetzen aber nicht die Prüfung bei den offiziellen Straßen- und Mautbetreibern.

Abhol- und Rückgabeort gemeinsam betrachten.
Der Visitor Toll Pass kann nur bei passenden Reisen über Orlando MCO genutzt werden. Bei einer Einwegmiete oder Abholung an einem anderen Flughafen gelten andere Möglichkeiten.

Vermieterbedingungen vor der ersten Mautpassage lesen.
Entscheidend sind Tagesgebühr, Maximalgebühr, Mauttarif, regionale Abdeckung und die Frage, ob das Programm automatisch durch die erste Mautnutzung aktiviert wird.

Eigenen Transponder nur nach Prüfung einsetzen.
Das Kennzeichen des Mietwagens muss korrekt registriert sein. Gleichzeitig muss ausgeschlossen werden, dass Vermietertransponder und eigener Transponder dieselbe Passage doppelt erfassen.

Kalifornische Express Lanes gesondert prüfen.
Eine abgedeckte Brücke bedeutet nicht automatisch, dass auch jede Express Lane im selben Programm enthalten ist.

Abrechnung nach der Reise kontrollieren.
Maut- und Servicegebühren können erst Tage oder Wochen nach der Rückgabe auf der Kreditkarte erscheinen. Grund ist die zeitversetzte Übermittlung der Mautdaten vom Betreiber an den Vermieter.

Konkrete Entscheidung: Maut als eigene Position der Reiseplanung behandeln. Route, Abholort, Rückgabeort und Mietwagenanbieter bestimmen, welche Lösung sinnvoll und zulässig ist.
Sylvia Spleth, Spezialistin für USA-Mietwagen und Rundreisen

Liebe Grüße
Sylvia Spleth
Spezialistin für USA-Mietwagen und Rundreisen seit über 30 Jahren